Zooplus verkaufen?

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Es scheint, als hätten Anleger die Zeiten der großen Internetaktienblase in den späten 1990er Jahren aus ihrem Gedächtnis gelöscht, als Internetaktien mit einem durchschnittlichen KGV von 90 gehandelt wurden. Unfassbar, als ob die Anleger aus ihren Fehlern nie etwas lernen würden, werden wir aktuell erneut Zeuge dieses Spielchens:

Aktien wie z.B. eine Zooplus (WKN: 511170) werden bereits wieder wie zu den besten Zeiten des Neuen Marktes im Jahr 2000 mit einem 110er KGV!!! gehandelt, so dass nun sogar die Zeit für einen Aktiensplit gekommen ist, damit auch „ Privatanleger“ die Aktie kaufen können, wie es seitens des Unternehmens so schön heißt.

(Zur Erklärung: Bei einem Aktiensplit erhalten alle, die entspr. Aktie halten neue Aktien eingebucht, der Kurs der Aktien wird sich nach der Kapitalmaßnahme entsprechend „verbilligen“.

Ein fiktives Beispiel: Wer z.B. 20 Aktien des Unternehmens XYZ zum Kurs von je 100 EUR hält, der bekommt 80 neue Aktien hinzugebucht. Der Kurs der Aktien wird nach der Kapitalmaßnahme nicht mehr bei 100, sondern bei 20 EUR notieren.

Man würde in dem Fall nach dem Aktiensplit also 100 Aktien besitzen, die dann bei 20 EUR notieren. Unterm Strich hat sich am Wert der Position nichts geändert: 20×100 waren vor dem Aktiensplit 2000 EUR, nach dem Split sind 100×20 ebenfalls 2000 EUR. Doch die Aktien, die nach dem Split „nur noch“ 20 EUR wert sind, erscheinen optisch billig und werden dann wieder viel lieber als vorher für 100 EUR gekauft. Da Privatanleger lieber 50 Aktien zu 20 EUR als 10 zu 100 kaufen, wird der Kurs weiter steigen (so die Erwartung), denn „Kleinvieh macht auch Mist!“; so die Idee. Meist erfolgen Aktiensplits jedoch erst dann, wenn die entspr. Aktien bereits sehr gut gelaufen und bei diesen neuen Werten maßlos überbewertet sind. Den Letzten beißen bekanntlich immer die Hunde- auch an der Börse. Die Letzten sind in diesen Fällen fast immer die Privatanleger.)

 

Zooplus: Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, die Unternehmenslenker verkaufen ihre Aktien, dem Privatanleger bleiben die Verluste

Damit genügend Privatanleger in die Aktie gelockt werden, wird demnächst der angekündigte Aktiensplit durchgeführt, derweil sich die Unternehmslenker in großem Stil von ihren Aktien trennen:

Zitat:

1. „Angaben zum Mitteilungspflichtigen Name: Patt Vorname: Dr. Cornelius Firma: zooplus AG

Funktion: Geschäftsführendes Organ
Angaben zum mitteilungspflichtigen Geschäft
Bezeichnung des Finanzinstruments: Aktie ISIN/WKN des Finanzinstruments: DE0005111702 Geschäftsart: Verkauf Datum: 11.04.2011 Kurs/Preis: 82,61 Währung: EUR Stückzahl: 2871 Gesamtvolumen: 237184,06 Ort: XETRA
Angaben zum veröffentlichungspflichtigen Unternehmen
Emittent: zooplus AG Sonnenstraße 15 80331 München Deutschland ISIN: DE0005111702 WKN: 511170
Ende der Directors‘ Dealings-Mitteilung“ (Quelle dpa-afx)

Alle Verkäufe aufzuführen, würde den Rahmen meins Blogs sprengen, deshalb an dieser Stelle ein kleiner Auszug aus der Liste:


Da wird der Hund in seiner Hütte verrückt, der Hamster bohnert und die Katze lässt das Mausen nicht!

Das Spielchen wird also erneut durchgezogen; Aktien werden durch mehrere Kanäle künstlich nach oben gepusht und dann verkaufen die Unternehmenslenker, die sich ins Fäustchen lachen dürfen.

Wie sagte André Kostonaly immer so treffend: „Nirgendwo auf der Erde gibt es auf einem Quadratmeter mehr Dummköpfe als auf dem Börsenparkett.“

Den Namen eines eines global agierenden Unternehmens , das wie Zooplus immer mehr seiner Waren über das Internet verkauft und dessen Aktie seit vielen Jahren zu den besten Trendaktien gehört, werde ich in der kommenden Wochenübersicht des Premium Dienstes vorstellen. Diese Aktie ist meiner Meinung nach eine ganz eindeutig bessere Alternative zu Zooplus.

Melden Sie sich doch heute noch an, ein Probeabo (ohne automatische Verlängerung) gibt es für lediglich 50 Euro. Das wird sich mehr als auszahlen.

 

5 KOMMENTARE

  1. Kann das sein dass der Wert auf einem Musterdepot bei einem „Fricksender“ gepuscht wird. Hab so was irgendwo im IT aufgeschnappt. Das wäre ja dann ganz typisch für so einen Wert. Und die Zeiten kommen wieder?????!!!!!

  2. Bitte nicht vergessen, dass der seit 1999 investierte Zooplus-Mehrheitsaktionär „Burda“ seine Anteile erst kürzlich, bei Kursen um die 60 €, um 15% auf nun über 50% aufgestockt hat und der Zooplus-Vorstand nach Abzug der von Dir genannten Verkäufe (43 tsd Stk) immer noch mit ca. 290 tsd Aktiein investiert ist. Nicht alles, was auf den ersten Blick teuer erscheint, ist auch teuer. Bei Wachstumsunternehmen, die mit ca. 50% p.a. wachsen ist das KGV zur Bewertung nicht sonderlich gut geeignet. Für mich ist Zooplus als Langfristanleger aufgrund seiner herausragenden Marktstellung und den starken Wachstumsraten nach wie vor ein klarer Kauf…

  3. Na ja, diese Argumente hat man in den Zeiten der Internetblase auch immer wieder angeführt. Ein erfolgreiches Geschäftsmodell wird jedoch sehr schnell Nachahmer finden. Praktisch kann jeder Handelskonzern Tierfutter über das Internet verkaufen.
    So war es z.B. bei Dell, weshalb ich die Aktie 2000 entgegen dem Mainstream verkauft und dafür ein paar Apple gekauft habe. Ich war der Meinung, dass jeder Computer über das Internet verkaufen könne, nicht nur Dell. War wohl nicht die schlechteste Idee??

    Frei nach Warren Buffett fehlt Zooplus der „Burggraben“, der ein Unternehmen vor seinen Konkurrenten schützt. Den kann ich bei Zooplus nicht erkennen.

    Die Gesetze des Marktes werden auch diesmal nicht außer Kraft gesetzt werden.
    Die Aktie ist für mich auf diesem Niveau deshalb ein klarer Verkauf! Bei 60€ kann man sie ja wie Burda wieder kaufen!?

  4. Die Internetblase war im Jahr 2000/1. Damals war E-Commerce etwas für Exoten. Heute ist E-Commerce dabei Mainstream zu werden.

    Der „Burggraben“ wird mit zunehmender Unternehmensgröße und mit steigendem Abstand zu den Wettbewerbern höher. Schon jetzt ist Zooplus um den Faktor 15-20 größer als der nächste Wettbewerber, was mit vorteilhaften Skaleneffekten (Einkauf, IT, Logistik, Werbung, Personal) verbunden ist. Dieser Abstand (Burggraben) ist schon heute nicht einfach zu überwinden und Zooplus will weiterhin ordentlich Gas geben … 😉

    Kurzfristig ist die Aktie aber sicher gut gelaufen und kann natürlich korrigieren.

  5. Das ist vollkommen richtig, das Internet ist „Mainstream“ geworden und folglich kann jeder Handelskonzern seine Waren über das Internet verkaufen.
    Große Unternehmen können ihre Logistik, IT-Struktur, Werbung usw. innerhalb von wenigen Monaten anpassen und ein Unternehmen wie Zooplus vom Sockel stoßen. Das hat besonders für Handelskonzerne seine Gültigkeit. Aber auch im Technologiebereich kann sich niemand seiner Marktfüherschaft sicher sein: Wer hätte im Jahr 2000 gedacht, dass der damals allmächtige Welt-Marktführer Nokia so schnell in Bedrängnis geraten könnte. Der Kursverlauf der Nokia-Aktie ist geradezu sprichwörtlich dafür, was passiert, wenn der „Burggraben“ nicht tief genug ist.

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