Übertreibungen, nicht nur bei Medtronic

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Im April hatte ich auf die zahllosen Kurs-Übertreibungen hingewiesen, Aktien steigen auf breiter Front steil in den Himmel.

http://aktientagebuch.blog.de/2010/04/21/bleibt-dabei-8425027/

Das Börsengeschehen wird von Irrationalität bestimmt.

Erstaunlich, dass kaum ein Marktteilnehmer zu erkennen scheint, wann es „wieder einmal so weit ist“, dass der Markt „durchdreht“. Nun, im April „drehte er nach oben durch“ und nun ist er gerade dabei, „nach unten durchzudrehen“. So genügte es heute, dass Medtronic die Gewinn-Erwartungen der Analysten (welcher Analysten eigentlich??) um einen Cent verfehlte, um die Aktie elf Prozent in den Keller zu schicken:

Aber auch der „Gesamtmarkt“ geriet heute kräftig unter Druck, der Dow Jones unterschritt zeitweise die 10.000-Punkte-Marke, der DAX fiel unter 6000 Punkte. Aktuell haben die Investoren Angst vor einer erneuten Rezession, Angst vor Staatspleiten wegen der ausufernden Staatsverschuldung der USA, der PIIGs (Portugal, Italien, Irland, Griechenland) usw. Was tun sie, um sich davor zu schützen?

Man glaubt es kaum, sie kaufen die Anleihen der Staaten, denen sie eine Pleite zutrauen und verkaufen Aktien von Unternehmen, deren Geschäfte hervorragend laufen, die im Geld schwimmen und nicht mehr wissen, was sie damit anfangen sollen. Das ist zutiefst irrational?! Und während die Unternehmen das einzig Richtige tun, nämlich Unternehmensanteile zu kaufen, also Übernahmen zu tätigen, so wie gestern HP erneut den Kauf eines erfolgreichen Unternehmens ankündigte, das im Zukunftsmarkt „Cloud Computing“ hervorragend positioniert ist, investieren diejenigen, die nach Sicherheit suchen, in Staatsanleihen, also das Unsicherste, was es gibt, vor dem sie panische Angst haben! Oder doch nicht? Tatsächlich verfügt der Staat über die Macht, die Steuern seiner Bürger, die Abgaben usw. zu erhöhen. Damit es nicht so auffällt, gibt es zahlreiche Mittel und Wege, diese Strategie ganz schleichend und nicht für jeden ersichtlich umzusetzen. Ja, ein Staat müsste man sein und wer so mächtig ist, dem kann ich vertrauen und seine Anleihen kaufen.

Keine Regel ohne Ausnahmen, denken wir an Argentinien oder Russland im Jahr 1998. Lange her und weit weg.

Fazit: Es gibt keine Sicherheit, aber der Staat hat Mittel und Möglichkeiten, die er nutzen kann, um selbst die nächste Krise abzumildern, verhindern kann er sie aber nicht. Was wir seit über zehn Jahren an den Börsen erleben ist die „Behandlung des Schnupfens mit immer stärkeren Antibiotika“. Wir können daran nichts ändern, müssen uns aber irgendwie damit arrangieren, in diesem Umfeld agieren, um nicht zu sagen, darauf reagieren.

Die Anleiheblase WIRD platzen, die Kurse der 10- jährigen US-Staatsanleihen sind in diesem Jahr um 20% gestiegen, die Rendite auf 2,5% gefallen. (Der US-Staat wird als pleitegefährdert gehandelt und man kauft ihm dankend und freudig seine Schulden ab. Das wäre in etwa so, als wenn sich jemand, der hochverschuldet ist, auf die Straße stellen und lauthals werben würde: „Meine Schulden sind so hoch, dass ich sie in meinem gesamten Leben nicht mehr werde bezahlen können, aber ich biete Ihnen 2,5% Zinsen und eine absolute Sicherheit. Leihen Sie mir Ihr Geld.“)

Aber auch die Flucht aus dem Euro in den Schweizer Franken hält unvermindert an- eine Übertreibung? Der Chart erinnert ein wenig an den 2008er Crash :

Die Investoren sehen den Euro nach wie vor als untergehende Währung, anders kann man das neue Allzeittief des Euros im Verhältnis zum Schweizer Franken nicht werten. Während die deutsche Wirtschaft boomt wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr, steigt die Arbeitslosigkeit in Griechenland und die Wirtschaft bricht weiter ein- eine logische Konsequnz der Fehlkonstruktion des Euros, der witschaftlich starke Länder mit wirtschaftlich schwächeren wie den PIIGs unter einer Währung vereint. Es dürfte folglich nur eine Frage der Zeit sein, bis der Euro erneut „gerettet“ werden muss und Transferzahlungen in den sonnigen Süden „alternativlos“ sein werden. Aber auch die Schweizer Wirtschaft hat nun ein Problem: Wer kann wird sich in Zukunft noch Waren und Dienstleistungen aus der Schweiz leisten können, wenn jene in EUR und USD immer teurer werden? Die Nationalbank wird erneut intervenieren müssen.

Wo kann man Euro in Schweizer Franken tauschen? Nun, man kann jederzeit, völlig legal und unkompliziert ein Fremdwährungskonto eröffnen, z.B. bei der DAB-Bank: https://www.dab-bank.de/angebote-produkte/anlegen/waehrungskonto.-ContentSlot-85047-ContentSlottablist-43043-ContentSlottablisttab-000101-ContentSlottablisttabdownloadlist-51654-File.File.FileRef.pdf/waehrungskonto.pdf

In dem Fall erzielt man Währungsgewinne. Eine andere Möglichkeit ist der Kauf von Schweizer Aktien.

Die Frage, die man sich als Investor stellen muss, ist doch die: „Kaufe ich dann, wenn es wie im April Übertreibungen nach oben gibt oder doch eher dann, wenn der Markt „nach unten durchdreht“? (Für das Währungspaar EUR/CHF lautet die Frage ebenfalls: Lohnt sich das jetzt noch, Euros in CHF zu tauschen? Wer diese Frage mit Ja beantwortet, der geht vom Untergang des Euros aus.

Für die grundsoliden (deutschen) Aktien gilt:

Nun, ich denke, man wartet ab, bis der Markt die aktuelle Korrektur-Phase beendet haben wird und beginnt dann, sich nach und nach in die zu diesem Zeitpunkt stärksten Trends einzukaufen. Noch ist es nicht soweit, die neuen Chancen sind jedoch zum Greifen nah.

Um nochmals auf Medtronic zu sprechen zu kommen: Der Trend zeigt hier bereits seit Jahren nach unten, ein langfristiger Kauf der Aktie bietet sich demzufolge noch lange nicht an, höchstwahrscheinlich auch nach der aktuellen Korrektur noch nicht. Diejenigen Trendaktien, die nach der Korrektur einen stabilen Trend ausbilden werden, haben die Chance, in das Langfristdepot aufgenommen zu werden. Aktuell ist das Depot zu genau 9.000 Euro in Cash.

Anmeldungen zum Premium Dienst mit dem Langfristdepot sind hier möglich.

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