Trotz Verkaufsempfehlung von Goldman Sachs und Aktien-Crash auf neuem Allzeithoch: Church & Dwight!

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Welche Rolle spielen eigentlich die zahllosen Kauf (und in jedem Bärenmarkt) Verkaufsempfehlungen der Analysten?

Nun, darüber kann man trefflich streiten. André Kostolany pflegte stets sinngemäß zu sagen: „Tun Sie das Gegenteil von dem, was Ihnen die Bankster empfehlen!“

Ganz bestimmt sind nur ganz wenige „Banker“ daran interessiert, „brave Kleinanleger“ abzukassieren; die Mehrzahl der Bankmitarbeiter leistet täglich sehr gute Arbeit im Sinne der Bankkunden…

Doch zumindest bei den inflationären Kauf- und Verkaufsempfehlungen der Analysten der großen Spieler kommen mir (nicht erst seit heute) erhebliche Zweifel.

Einige examplarische Beipiele habe ich ja seit vielen Jahren hier im Blog aufgeführt. Aktuell befinden wir uns wieder einmal in einem „ausgewachsenen Bärenmarkt“ (DAX -30% vom letzten Hoch), in dem es Verkaufsempfehlungen hagelt- so wie für (besser gegen) die Aktie von Church & Dwight, eine der meiner Meinung nach besten langfristigen Trendfolge-Aktien, die ich seit vielen Jahren begleite (und die ich selbst ebenfalls halte, was ich hiermit gleich als „Angabe gemäß § 34 WPHG“ betone):

Am 13. Januar sollte es dann wieder einmal soweit sein: Die Analysten von Goldmann Sachs publizierten eine „Verkaufsempfehlung“ für die Aktie von Church & Dwight. Das Timing war für eine Verkaufsempfehlung „geradezu ideal“, zumindest „rein charttechnisch betrachtet“:

Church02_25_16Ein Schelm, wer Böses (oder gutes für die Bank) dabei denkt?!

Wie „Shorties“ denken müssen, damit sie mit einem „big Short“ wirklich viel Geld verdienen (und warum ich beispielsweise nie Geld mit „Shorts“ gewinnen werde), analysiert der Film „The big short*“, der gerade frisch in die Kinos kommt. Erinnerungen an die Finanzkrise werden in mir wach; auch „damals“ bin ich lieber ins Kino gegangen als mir täglich das Gejammer im Börsen-TV anzusehen… * Siehe hierzu: http://www.thebigshort-film.de/

Nun könnte man als „braver Aktionär“ Goldman Sachs dafür hassen, dass sie so etwas Böses tun, eine Verkaufsempfehlung veröffentlichen, nach der meine Aktien abstürzen… Negative Gefühle bremsen jedoch unserem langfristigen Erfolg aus. Wir sollten negative Gefühle und Gedanken in positive umlenken:

Freuen wir uns dann, wenn es wieder einmal Verkaufsempfehlungen für hervorragende Aktien gibt, dass wir eine „Super-Langfrist-Aktie“ wie Church & Dwight (die zuletzt überbewertet gewesen ist- wie alle „guten Aktien“, keine Frage), Goldman sei Dank, wieder einmal preiswerter kaufen können. Gewinne von über 4.000% können dann „das Ergebnis positiver Gedanken“ sein:

church02_25_16_2Noch größer wird die Freude, wenn man sich heute schon wieder über ein neues Allzeithoch der Aktie von Church & Dwight freuen darf:

church02_25_16_3Fazit: Man kann auch als Privatanleger langfristig an der Börse erfolgreich sein.

Hierfür sollte man meiner Meinung nach:

  1. Die Empfehlungen der Analysten „einordnen können“, ein wenig deren Absichten „ausloten“, zwischen den Zeilen lesen- und/ oder am besten die meisten Kauf- oder Verkaufsempfehlungen gleich ignorieren.
  2. Bei seinen Investments sollte man sich auf „hochwertige Aktien“ konzentrieren und 95 % (ja, so ist es!) aller Aktien besser meiden.
  3. Man frage sich VOR dem Aktien-Kauf: „Ist das Geschäftsmodell des entsprechenden Unternehmens langweilig- oder besser stinklangweilig?“ Ja? Nun, dann kann man mit seinen EIGENEN!! Analysen beginnen.
  4. Ist die Aktie, die ich kaufen möchte „spannend“? Nun, dann meide man sie. Niemand kann wissen, was uns die Zukunft bringen wird. Solar-Aktien, 3D-Aktien, usw. MEIDEN! Der Untergang der Solar-Werte ware dann auch meine Lehre, die mir Miss Börse erteilt hat und die mich bekehrt hat! Dafür möchte ich mich ganz herzlich bedanken, etwas Besseres als Verluste mit Solarworld und Co hätte mir nicht passieren können! Es ist wie mit dem großen Lottogewinn: Tausende gewinnen mit ihren Tipps Millionen und können das bezeugen,… nur man selbst leider nicht. (Lotto spiele ich übrigens auch nicht, nur ca. alle fünf Jahre brauche ich eine Bestätigung für meine Entscheidung und fülle einen Schein aus, den ich auch abgebe…) Die Suche nach „der nächsten Apple“ gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Manchmal kann man Glück haben, die Chance auf den Millionengewinn geht jedoch gegen Null… Fazit: Man lasse es sein, in „reine Zukunfts“-oder „Hoffnungs-Aktien“ zu investieren.
  5. Man meide jegliche „Hebelpapiere“, Optionen usw. Mit den Aktien vom Kaliber einer Church & Dwight habe ich „sehr gute Buchgewinne“ erzielt (die jederzeit wieder ausradiert werden können). Weiterhin zahlt der langweilige Backpulver- und Kondomhersteller Church & Dwight seit vielen Jahren zuverlässig Dividenden, welche „mir bleiben“- und die ich, damit sich die Macht des Zinseszinseffekts einstellt, reinvestiere– in langweilige Dividendenzahler. Wenn es zusätzlich noch Kursgewinne gibt, super! Kurz, nachdem ich vor einigen Jahren Optionen auf Church & Dwight gekauft hatte, sollte der Aktienkurs korrigieren. Das Ergebnis: 99% Verlust mit meinen Optionen. Die Aktien hatten sich jedoch nach ca. 10 Monaten wieder erholt und ich liege mit ihnen nun „so weit vorn“, dass die Verluste aus den Optionen mehr als wettgemacht worden sind. „Nie wieder Optionen, Optionsscheine und Co.!“, lautet meine Erkenntnis. Diesen Stress kann man sich sparen. Und wer entspannt ist und es bleiben kann, der kann unterm Strich die besseren Entscheidungen treffen. In der Summe werden bessere Entscheidungen zu vielen kleinen Gewinnen führen und (auch Ihnen!?) eines Tages den großen Anlage-Erfolg bescheren. Diese Geschenk sollte man dann, wenn es soweit sein wird, leise annehmen und Danke sagen…

Dass man bei dieser Denkweise große Crash-Phasen geradezu liebt und sie sehnsüchtig erwartet, um endlich wieder einmal billiger zu reinvestieren, steht auf einem anderen Blatt geschrieben…

Fazit: Wer Punkt 1-5 verinnerlicht, freut sich über jeden Crash. Hoffentlich wird 2016 ein ganz tolles … !?

(Wie immer stellt dieser Tagebucheintrag lediglich meine subjektive Sicht der Dinge dar, weshalb er nicht als Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren aufgefasst werden darf. Angabe nach §34 WPHG: Ich halte Aktien von Church &  Dwight).

 

 

 

 

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