Software AG: Zum Glück verkauft!

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Heute verliert die Aktie der Software AG in der Spitze über 20% an Wert.
Händler und Analysten zeigten sich von der „Gewinnwarnung“ des Unternehmens „überrascht“.

Nun, mal ehrlich: Wer sich da überrascht zeigt, der könnte sich wohl wieder einmal ein wenig mehr mit der Nachrichtenlage beschäftigen, die auch für einen Händler und Analysten zugänglich ist!?

Es ist nicht die erste Enttäuschung, die uns das Management der Software AG präsentiert. Zuletzt enttäuschte das Unternehmen im Juli.

Den Leserinnen und Lesern meines Premium Dienstes hatte ich meine kurze Einschätzung als Update gesendet und geschrieben:


„…Nun, es ist vor dem Hintergrund der Verschuldungskrise verständlich, dass die Nachfrage schwach ausfällt. Wenn gespart werden muss, dann wird das einige Unternehmen treffen. Es sieht so aus, als ob die Software AG dazugehört- negativ!!

Die Jahresprognose will die Software AG aber dennoch erfüllen.

Nun, das kann durchaus sein. Allerdings muss ich gestehen, dass ich das nun nicht mehr so recht glaube. Zuletzt hat sich das Management in Interviews viel zu optimistisch geäußert und muss nun zurückrudern. Das schafft KEIN Vertrauen bei Investoren, wie der heutige Kursrutsch belegt.

Fazit: Der Kursrutsch ist sicherlich übertrieben, eine Gegenbewegung sollte also anstehen. Diese werde ich dann zum Ausstieg aus dem Discount-Zertifikat nutzen.

Bisher bin ich mit einer einfachen Regel immer gut gefahren:

Ich trenne mich von Aktien, die an einem Tag mehr als 15% eingebrochen sind (nicht deshalb, weil der Gesamtmarkt crashte, sondern wegen fundamentaler Nachrichten des Unternehmens selbst) und streiche diese vorerst aus meinem Anlagehorizont.

Der Vorteil besteht darin, dass man weniger Werte beobachten und analysieren muss und kauft. Überall kann man ohnehin nicht dabei sein. Diese Konzentration auf die „besten der besten“ Werte zahlt sich dann langfristig aus.

Nicht umsonst hatte ich die Aktie der Software AG nicht in das langfristige Trend Depot aufgenommen, sondern in das ITT und nun mittels eines Discounters in das spekulative Trend Depot….“ (Ende Update vom 14.07.11)

Die Aktie der Software AG konnte sich dann erholen, stürzte jedoch im August-Crash erneut- zusammen mit dem Gesamtmarkt ab. Den Discounter habe ich dann in der sich anschließenden Gegenbewegung verkauft.

Fazit: Verluste gehören zum Börsengeschäft einfach dazu. Wir können nichts dafür, wenn ein Unternehmen enttäuscht, wir können uns lediglich unsere Meinung bilden und handeln.

In den letzten Jahren ist das angesichts der negativen Gesamtmarktlage alles Andere als einfach gewesen. Es wird jedoch auch wieder bessere Zeiten geben, in denen „Bad News“ als Kaufgelegenheiten genutzt werden können. Noch scheint mir das jedoch nicht der Fall zu sein.

Wie für den Leistungssport gilt: Wer die Niederlage fürchtet, der braucht erst gar nicht an den Start zu gehen und wird auch nie einen Sieg erringen.

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