Schindler auf neuem Allzeithoch

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Die Aktie von Schindler ist meinem Trend Radar nicht entgangen und kann heute ein neues Allzeithoch erklimmen.

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Warum bleibt die Aktie interessant?

Rückblick

Schindler Holding PS

Unter der Überschrift: „Schindler AG- eine Aktie, die (sich) bewegt!“, hatte ich die Aktie im August 2010 in meinem Premium Dienst vorgestellt und u.a. geschrieben: „Der Langfristchart signalisiert, dass diese Aktie genau zu denjenigen zählt, die wir für die Umsetzung unserer langfristigen Trend Strategie suchen. Bei der Aktie der Schweizer Schindler Holding wird die Freude nur gelegentlich getrübt, denn die Geschäfte des Unternehmens sind durchaus zyklischer Natur, so dass ein weltweiter Konjunktureinbruch stets seine Spuren bei den Aufträgen und im Chart der Aktie hinterlässt. Bisher haben sich diese Korrekturen im Nachhinein stets als hervorragende Kaufchancen herausgestellt.

Die im Jahr 1874 in der Schweiz gegründete Schindler Gruppe ist der weltweit führende Hersteller von Rolltreppen und der zeitgrößte Hersteller von Aufzügen mit rund 43.000 Beschäftigten auf fünf Kontinenten. Weltweit bewegen Schindler-Aufzüge und Fahrtreppen täglich 900 Millionen Menschen.

Zum Konzernumsatz trägt das Geschäft mit Rolltreppen, Fahrstühlen und Transportsystemen mit 65% bei. Zum Konzern gehört weiterhin die Tochter ALSO. ALSO ist ein führendes Großhandels- und Logistikunternehmen für

Informationstechnologie und Consumer Electronics (ICE) mit Standorten in der Schweiz, Deutschland, Finnland, Norwegen, Estland, Lettland und Litauen. ALSO ist spezialisiert auf Distribution und Serviceleistungen. Das

Unternehmen arbeitet nach eigenen Angaben mit den namhaftesten Herstellern von Hard- und Software zusammen und erbringt zusätzliche Leistungen in den Value-Added-Bereichen Highend-Server, Storage, Sicherheit und Netzwerke. Ergänzend bietet ALSO eine breite Palette von IT-Verbrauchsmaterial an.

Zum Konzern zählt u.a. die Schindler Aufzüge AG.

Eine Meldung sorgte in dieser Woche für einen erneut steigenden Kurs der Schindler-Aktie:

Zitat:

Schindler beliefert landesweites Eisenbahnprojekt in China

26. August 2010

Schindler liefert 353 Fahrtreppen für ein Eisenbahn-Ausbauprojekt, das sich über weite Teile Chinas erstreckt. Die Anlagen sind für 17 Bahnstationen bestimmt, die von Changchun, im hohen Norden bis Guangzhou an der Südküste Chinas reichen. Der Auftrag wurde vom Eisenbahnministerium vergeben und schließt acht regionale Eisenbahnunternehmen ein. Zu den von Schindler ausgerüsteten Stationen gehören einige der wichtigsten Eisenbahnknotenpunkte Chinas, wie Shenyang und Tianjin. Das Schindler Werk in Schanghai liefert sämtliche Fahrtreppen, welche sowohl für Innen- wie Außeninstallationen Verwendung finden.

Dichtes Netzwerk
Schindler ist eines der wenigen Unternehmen, das einen Auftrag dieser Größenordnung und Komplexität abwickeln kann, da es über die notwendigen Produktionskapazitäten sowie ein dichtes Netz von Niederlassungen über ganz China verfügt. Die Bahnstationen befinden sich in Großstädten, die entlang einer Strecke von mehr als 3000 Kilometer von Norden nach Süden liegen. Zudem muss bei diesem Projekt ein straffer Zeitplan eingehalten werden. Die ersten Fahrtreppen sind bereits im September 2010 zu installieren, alle 353 Anlagen sollen bis Mai 2011 eingebaut sein. Schindler Fahrtreppen statten weltweit zahlreiche bedeutende Flughäfen und öffentliche Verkehrsnetze mit Mobilitätslösungen aus. Zu den jüngsten Aufträgen gehören der Los Angeles International Airport, das London-Heathrow Terminal 5, der neue internationale Flughafen Berlin-Brandenburg sowie neue U-Bahn-Systeme in Mumbai (Indien) und Istanbul (Türkei).

Über Schindler in China
Schindler war 1980 das erste westliche Industrieunternehmen, das ein Joint-Venture in China einging. Heute ist Schindler China eine hundertprozentige Tochtergesellschaft des Schindler Konzerns mit F&E-Einrichtungen, Fertigungsstandorten für Aufzüge und Fahrtreppen sowie Schulungszentren. Der Schindler Konzern mit Sitz in der Schweiz ist einer der weltweit führenden Mobilitätsanbieter. Das Unternehmen entwickelt, produziert, installiert, wartet und modernisiert Aufzugs- und Fahrtreppensysteme für nahezu alle Gebäudetypen. Schindler fördert mit seinen sicheren, zuverlässigen und umweltfreundlichen Mobilitätslösungen die nachhaltige Entwicklung städtischer Lebensräume.“ Quelle: www.schindler.ch, 2010

Fazit: Es gilt für die Aktie von Schindler im Prinzip das, was ich zu McDonald’s geschrieben habe: Ein neues Allzeithoch dürfte noch nicht das letzte gewesen sein.

Da das Geschäft von Schindler zyklischer Natur ist, besteht jedoch ein höheres Kurs-Risiko als bei der Aktie eines Unternehmens, das von der Konjunktur relativ unabhängige Dienstleistungen und Waren anbietet wie das z.B. bei Nestlé oder McDonald’s der Fall ist. Bevor ich mir jedoch z.B. eine Aktie der äußerst konjunkturabhängigen Stahlhersteller ins Depot lege, würde ich eher den Kauf der Schindler-Aktie in Betracht ziehen. Nicht zuletzt die hervorragende Positionierung in den boomenden Märkten in Asien und Lateinamerika sollte den Aktienkurs langfristig weiter steigen lassen.“

(Auszug aus dem Premium Dienst vom 29.08.10)

Nun hat der Kurs nahezu so entwickelt, wie ich es erwartet hatte. Nach einer sehr kräftigen Kurskorrektur ist er in den letzten Wochen erneut auf neue Allzeithöchstkurse gestiegen.

Im Langfristdepot hatte ich mit meinem Kauf leider wenig Glück:

Sofort nach meiner Depotaufnahme ist die Aktie zuletzt Anfang 2011 in eine Korrekturphase übergegangen und sollte relativ zügig von 112 bis auf 80 CHF abstürzen. Im Anschluss bewegte sich die Rolltreppe wieder nach oben, wobei die Aktie des Aufzugsherstellers im April 2012 sogar ein neues Allzeithoch markierte. Dieses sollte sich jedoch schnell als Fehlsignal herausstellen. Im Anschluss sollte sich der Aktienkurs dann nämlich erneut hinunter und dann einige Monate seitwärts bewegen. Wer gerne Rolltreppe fährt, der dürfte wohl voll auf seine Kosten gekommen sein!

Fazit: Schindler ist keine schlechte Langfristaktie. Seit 1989 steht für Langfristaktionäre immerhin ein Gewinn von über 3.500 % zu Buche. Selbst den „Schummel-Dax“ (Die Kursgewinne aller 30 DAX-Werte inklusive der eingerechneten Dividenden) hat Schindler langfristig locker geschlagen:

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Allerdings benötigen Schindler-Aktionäre vor allem eines; nämlich sehr gute Nerven und die Bereitschaft, besser kaum in ihr Aktiendepot zu blicken, um angesichts der enormen Kurs-Korrekturen, die im Aktienkurs in regelmäßigen Abständen auftreten wie das Amen in der Kirche, nicht nervös zu werden.

Für „Stoppkursfetischisten“ ist die Aktie von Schindler deshalb völlig ungeeignet. Jene würden ständig ausgestoppt werden, um beim nächsten Allzeithoch nicht mehr auf der Treppe zu stehen.

Da Schindler sehr stark in China aufgestellt ist, besteht natürlich leider auch die große Gefahr, dass das Unternehmen womöglich hart getroffen werden könnte, sobald die chinesische Immobilienblase eines Tages platzen wird. Aktuell wird gerade China jedoch wieder „gespielt“, so dass das heutige neue Allzeithoch womöglich immer noch nicht das letzte gwesen sein könnte.

Schindler ist wieder ein gutes Beispiel dafür, dass man gute Aktien finden kann, wenn man mit offenen Augen durch die Welt geht:

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( Womit ich natürlich die Rolltreppe und nicht die Dame meine.)

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