Research in Motion: Die Verkaufsentscheidung war richtig

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2018

Am 27. Dezember 2010 schrieb ich meinen Lesern des Internationalen Trend Trading Depots folgende Meldung:

„Das Jahr 2010 liegt nun fast hinter uns. Damit wir weitere Liquidität schaffen und keine Verluste mit ins neue Jahr mitnehmen, verkaufe ich die Aktien von Research in Motion aus dem ITT.

Das mittelfristige Trendsystem steht auf Verkauf. Dem folge ich.

Da selbst die zuletzt gemeldeten Rekordzahlen zu keiner Trendwende geführt haben, wird die Aktie nun auch von meiner Beobachtungsliste gestrichen und wird für das ITT keine Rolle mehr spielen. Die ersten Verluste sind bekanntlich die geringsten.“ (ITT vom 27.12.2010)

Wie hat sich die Aktie von Research in Motion seit ihrem Verkauf entwickelt und ist die Aktie nun ein weiterer Short-Kandidat?

Da Research in Motion (RIM, Kurs oben in EURO und deshalb nicht aussagekräftig für das Trendsystem, das in USD Signale liefert bzw. immer den Kurs an der Heimatbörse bzw. Nasdaq berücksichtigt, wenn die Aktie dort gekauft wird) gestern erneut sehr schlechte Zahlen gemeldet hat, dürfte das Vertrauen in die Aktie (und das Unternehmen) nun- ähnlich wie in Nokia- erst einmal zerstört sein. Der Aktienkurs sollte demzufolge weiterhin gen Süden tendieren. Deshalb bleibt RIM bis zu einer Trendwende ein Short-Kandidat.

Risiko: RIM wird immer wieder als möglicher Übernahmekandidat gehandelt. Angeblich sei Microsoft an den Kanadiern interessiert, heißt es.

Fazit: Die Verkaufsentscheidung war richtig, obwohl die Aktie zu Jahresbeginn als „im letzten Jahr schlecht gelaufene Aktie“ zu den Favoriten gehörte. Diese Strategie, am Anfang eines neuen Jahres die Verlierer des vorangegangenen zu kaufen, ist immer noch sehr weit verbreitet. Doch bisher habe ich die Erfahrung gemacht, dass diese Strategie zu den erfolglosesten gehört, so wie die gesamte antizyklische Strategie.

Zu diesem Ergebnis gelangte u.a. O’Shaughnessy:

The Trend is Your Friend!

O’Shaughnessy untersuchte erstmals empirisch, welche Strategien an der Börse auf lange Sicht wirklich zum Erfolg führen.

Das Ergebnis seiner Computeranalyse der Daten von 44 Jahren zwischen 1952 und 1996 zeigt, warum es sich lohnt, Anlage-Strategien genau zu vergleichen.

Investmentstrategien im Vergleich (Ergebnis p.a.):

Trend-Strategie 17,3% 13 Mio. Dollar
Börsenwert zwischen 

25 u. 100 Mio. Dollar

14,4% 4,18 Mio. Dollar
Value-Ansatz 14,0% 3,62 Mio. Dollar
Small Caps 12,5% 2,02 Mio. Dollar
Marktführer 12,4% 1,92 Mio. Dollar
S&P 500 Index 10,7% 971.900 Dollar
Antizyklischer Ansatz 2,4% 29.700

 

Aus 10.000 $, die Ende Dezember 1952 an der Wall Street in ausgewählte US-Werte, die bestimmte Kriterien erfüllen, angelegt wurden, waren mit der besten von O’Shaughnessy untersuchten Strategie bis Ende 1996 stolze 13 Mio $ geworden. Das ist eine Rendite von durchschnittlich 17,3% pro Jahr. Der S&P 500 schaffte in diesem Zeitraum im Schnitt 10,7% jährlich. Der schlechteste Anlageplan ergab dagegen in gut 4 Jahrzehnten lediglich 2,4% pro Jahr bzw. eine Verdreifachung des eingesetzten Kapitals auf 30.000 $.

Bis zum heutigen Tag ist die Trendfolgestrategie im Vergleich zu anderen Ansätzen die erfolgreichste!

Zu beachten ist dabei unbedingt, dass Angaben, die sich auf die Vergangenheit beziehen, keine Garantie für zukünftige Erfolge an den Finanzmärkten sind.

Wie sieht es auf der „negativen Seite“ aus, also mit denjenigen Aktien, die einen Abwärtstrend ausgebildet haben?

Nun, zwischen 1983 und 2006 hatten 50% aller Werte des S&P 500 eine negative Rendite und 33% (jede dritte!!) Aktie verlor mindestens 75% ihres Wertes.

Damit ist lediglich eine ganz geringe Anzahl von Aktien für die Gewinne der Indizes verantwortlich.

Wer genau diese Werte nicht zu dem Zeitpunkt in seinem Depot hält, zu dem sie sich in einem stabilen Aufwärtstrend befinden, der wird an den Märkten langfristig KAUM Gewinne oder sogar Verluste erwirtschaften.

Die Behauptung, wonach Aktien eine langfristige Geldanlage sind und man folglich „Aktien“ nur lange genug halten müsse, um Gewinne zu erzielen“, ist ABSOLUT falsch! Aktie ist nicht gleich Aktie und lediglich 3-5% aller weltweit gehandelten Aktien sind langfristig stark gestiegen.

Fazit: Aktien, die ihren Trend gebrochen haben, muss man sofort (wie z.B. Research in Motion, siehe oben) VERKAUFEN! es ist nahezu unerheblich, was „Andere“ denken und empfehlen.

Die Erkenntnis: „Die Aktie ist unterbewertet“,  ist noch lange  kein Kaufgrund!

Trotz der Tatsache, dass der Verkauf richtig gewesen ist, steht die Tatsache, dass man deshalb (noch) keinen Gewinn erzielt hat. Doch wenn man so wenig wie möglich verliert, dann wird man in der nächsten Trendphase der Märkte sämtliche Verluste in GEWINNE verwandeln.

Lohnt es sich, zusätzlich noch auf fallende Kurse zu setzen?

Laut der Statistiken hat bisher trotz der höheren Wahrscheinlichkeit, dass die Mehrzahl der Aktien langfristig fällt, noch kaum ein  Investor an fallenden Aktienkursen überduchschnittlich hohe Gewinne erzielt. Die Long-Strategie (auf steigende Kurse zu setzen) hat unterm Strich trotz allem zu höheren Gewinne geführt als jede Short-Strategie.

„Shorten lohnt sich nicht“, so die Erkenntnis.

Da sowieso kaum jemand an die Aussagekraft von Statistiken glaubt, möchte ich nun testen, ob man mit einer Short-Trend-Strategie Gewinne erzielen kann und habe deshalb mein „Short-Experiment“ gestartet.

Dass es mit der Long-Trend-Strategie tatsächlich funktioniert, beweist mein langfristiges Trend Depot, siehe HIER.


Über den Stand der Dinge im Short-Depot werde ich Sie in meinem kostenlosen Newsletter informieren, zu dem Sie sich hier anmelden können.

Von einer Nachbildung mit „richtigem Geld“ rate ich aber ganz entschieden ab!

Optionsscheine und Hebelinstrumente sind äußerst spekulativ. Ihr Kauf führt in den meisten Fällen zum TOTALVERLUST des eingesetzten Kapitals!




 


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