Obama gewinnt, die Börsen verlieren

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Den meisten wird heute ein Stein vom Herzen gefallen sein, als Barack Obamas Wiedewahl bestätigt worden war.

Auch ich freue mich darüber, dass der Welt ein Wechsel erspart geblieben ist. Congratulations, Mr. President!

Der DAX vollzog am Vormittag sofort einen seiner Hüpfer nach oben, um im Anschluss wieder kräftigst einzubrechen- Kein schöner Anblick, aber so kennen wir ihn und meiden ihn deshalb ja auch so gut es eben geht.

Nun, ein Wunder ist diese Reaktion eigentlich kaum, denn in den letzten Wochen konnen die US-Indizes immer dann ein wenig zulegen, als Romney im Kopf-an-Kopf-Rennen um das Amt des Präsidenten ein wenig vor Obama liegen sollte. Der DAX konnte sich dem noch entziehen, scheint sich aber nun wieder seiner Bestimmung zu erinnern, die da heißt, dass er den US-Indizes lediglich folgen und ihnen nicht vorweggehen darf.

Da das „große Geld“ in den USA im Falle einer Wiederwahl Obamas mit höheren Steuern rechnen muss, wurde bzw. wird verkauft, was zu verkaufen ist.

Sehr deutlich konnte man den Rückzug der Großanleger an den Kursbewegungen der „typischen Großanlegeraktien“ bereits seit Juli erkennen. Die Frage dürfte nun sein, wie es an den Börsen weitergehen könnte.

Wissen kann das niemand, deshalb lediglich ein paar Denkansätze:

Nun, historisch betrachtet ist der S&P nach einer Wiederwahl eines Demokraten zunächst gefallen und im Anschluss an die „Trotzverkäufe“ wieder um ca. 3% gestiegen. Demnach stünde uns eine Jahresendrallye ins Haus??

Allerdings haben sich die Medien nun ebenfalls auf das „Fiscal-Cliff-Problem“ eingeschossen. Seit August 2011 wurde kaum darüber berichtet, obwohl das Problem ja seitdem besteht.

Dass sich Demokraten und Republikaner angesichts der Patt-Situation im Senat und dem Repräsentantenhaus (schnell) werden einigen können, kann nur gehofft werden. Barack Obama ist bereits in seiner „Siegesrede“ auf die Republikaner zugegangen, selbst Romney zeigte sich eher kompromissbereit. Ob die Republikaner jedoch  ihre Blockadehaltung „insgesamt“ aufgeben werden, ist völlig offen. (Ich denke an die Tea-Party-Bewegung und bekomme ein sehr flaues Gefühl im Magen.)

Sollte es keine Einigung geben, würde den USA 2013 der Rückfall in die Rezession drohen. Zusammen mit der Euro-Krise und der nachlassenden Wirtschaftsdynamik Chinas müsste die Weltwirtschaft in dem Fall 2013 eigentlich erneut in die Rezession abdriften.

Anders als 2009 werden die Staaten dann wohl keine Milliarden schweren Konjunktur- und Rettungsprogramme mehr auflegen können??

Es bleibt also tatsächlich nur die Hoffnung, dass sich die Republikaner all dessen bewusst werden…

 

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