MAN Übernahme durch VW- Was tun?

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An den Märkten geht es ja weiterhin sehr turbulent zu;  erst der Rohstoff-Crash und nun auch noch das Übernahmeangebot von VW an MAN, auf das wir seit Jahren warten.

Zu MAN und was man nun mit seinen Aktien tun soll:

Kurze Antwort vorweg: Nichts, man behält sie wohl am besten!

Doch der Reihe nach:

Da VW nun (wie erwartet) mehr als 30% der MAN-Aktien aufgekauft hat, ist man gesetzlich dazu verpflichtet, MAN ein Übernahmeangebot zu unterbreiten.

Das hat VW gestern auch getan und gab bekannt, dass man 95€ für die im DAX gelistete MAN-Stammaktie bieten würde. Das ist sicherlich kein schlechtes, aber auch kein gutes Angebot.

Noch schlechter sieht es auf den ersten Blick für die MAN-Vorzugsaktien aus, für die VW nur 60€ je Aktie bieten will.

Das ist jedoch noch kein offizielles Angebot! Das offizielle Angebot soll erst Ende Mai erfolgen und könnte höher als das gestrige ausfallen.

Dass VW mit dem gestrigen Angebot „durchkommen“ werden, kann ich mir nicht vorstellen.

Im Jahr 2003 hatte Procter&Gamble ein Übernahmeangebot an die damaligen Wella-Aktionäre gemacht.

P&G bot 65 € je Vorzugsaktie, für die Wella-Stammaktien hatte P&G 92,25 € je Aktie geboten. Die unzufriedenen Vorzugaktionäre drohten mit einer Klage. Einige Wochen später reichte der amerikanische Hedge Fonds Mellon Alternative Strategies bei Gericht in Frankfurt Klage ein.

Ein Jahr später lautete das Angebot an die Wella-Vorzugsaktionäre 72,86€.

Im Jahr 2005 hatte P&G mit 95% der Wella-Aktien die Mehrheit an Wella erlangt und führte einen Squeeze Out durch, um an die restlichen 5% der Aktien zu gelangen.

Das bedeutete, dass 5% der Aktionäre ihre Aktien noch nicht an P&G verkauft, also alle Angebote bis zu diesem Zeitpunkt ausgeschlagen hatten.

Diesen 5% bot P&G dann 80,37 € je Stamm- und Vorzugsaktie. Die restlichen der beiden Aktien-Gattungen wurden also zum selben Kurs aufgekauft.

Diese Spekulation besteht aktuell auch bei MAN.

Das aktuelle Angebot von 60€ je Vorzugsaktie orientiert sich am Durchschnittskurs der letzten drei Monate. Am Ende der Übernahme, die sich noch einige Zeit, vielleicht- wie im Fall von Wella- noch Jahre hinziehen kann, könnten die Vorzugsaktionäre ein deutlich höheres Angebot von VW für ihre Aktien erhalten.

Im Fall Wella waren es am Ende rund 24% mehr als beim ersten Angebot. Das würde ca. 74€ für eine MAN-Vorzugaktie bedeuten.

Wer da heute seine MAN-Vorzugaktien gestern bei 64,94 € panisch auf den Markt geworfen hat, könnte sich am Ende noch darüber ärgern.

Aber auch die 95€ für die MAN-Vorzugsaktien sind viel zu wenig. Analystenziele für die MAN-Stammaktien reichen bis 123€.

Wie könnte ein Spekulant denken?

Er könnte darauf spekulieren, dass die MAN-Aktie weiter steigen und VW Ende Mai ein höheres Angebot als die aktuelle gebotenden 95€ verkünden wird. Wenn er sie für aktuell 97,99 kauft, kann er damit rechnen, dass er, sollte die Spekulation scheitern und die Aktie fallen, mindestens 95€ für seine Aktien bekommen wird. Damit ist eine Spekulation auf weiter steigende Kurse der MAN-Stammaktien quasi eine mit einem eingebauten Stoppkurs bei 95€.

Ich rechne damit, dass VW nicht so billig zu MAN kommen wird, wie man es sich erhofft und sowohl die MAN-Stamm- als auch Vorzugsaktien ihren Höchstkurs in diesem Jahr noch nicht gesehen haben sollten. Folglich werde ich sowohl meine MAN-Stämme als auch Vorzüge weiter halten und sie keinesfalls für lediglich 95 oder 60 € an VW verkaufen.

Notfalls warte ich auf den Squeeze-Out, zumindest mit meinen Vorzügen.

 

Angabe nach §34 WPHG: Ich halte folgende in obigem Beitrag erwähnten Wertpapiere:

1. MAN Stammaktien (WKN: 593700), 2. MAN-Vorzugsaktien (WKN: 593703)

 

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