Klöckner& Co oder wie man Börsenverluste vermeidet

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Es ist eine Binsenweisheit, dass man zyklische Aktien nicht mehr dann kaufen kann, wenn der Aufschwung für jeden sichtbar ist.

Um zu demonstrieren, was ich damit meine, füge ich nachfolgend einen „älteren Tagebucheintrag“ ein. Es geht bzw. ging darum, ob man den Analystenmeinungen folgen sollte oder BESSER NICHT. Hier ist er:

„Glaubt man den Analysten, besitzt die Aktie der größten deutschen Optikerkette (mit Expansions-Fantasie ins europäische Ausland) kaum noch Kurspotenzial. Aktuell liegt sie bei den MDAX-Werten auf dem letzten Platz, den diejenige Aktie mit dem wenigsten Kurspotenzial zugewiesen bekommt.

(Auf Platz 1 der Analysten, also mit dem angeblich höchsten Kurspotenzial, wurde die Aktie von Klöckner&Co gesetzt.)

Nun, wer mein Tagebuch (und/oder meinen Premium Dienst) seit einigen Jahren liest, dem wird sicher nicht entgangen sein, dass ich das etwas anders gesehen habe und mich vor nahezu genau einem Jahr von Klöckner&Co getrennt hatte (im Premium Dienst und anschließend auch privat) und Fielmann weiterhin als aussichtsreich eingestuft habe.
(Das war bei Kursen oberhalb von 20 Euro)

Der Chartvergleich belegt, dass die Entscheidung zu Ungunsten von Klöckner und zu Gunsten von Fielmann richtig gewesen ist.
http://aktientagebuch.blog.de/2009/09/07/entscheidungen-richtig-6912698

Ob sich der Abstand der beiden Kurse kurzfristig (also auf Sicht von einem Jahr) verringern wird oder nicht, ist seriös nicht vorhersehbar und darauf zu setzen, also Fielmann zu verkaufen und KCO zu kaufen, wäre ein reines Casinospiel. Langfristig hat die Fielmann-Aktie sowohl ihren bisherigen Vergleichsindex, den SDAX als auch ihren jetzigen, den MDAX geschlagen (den DAX sowieso, aber wer nimmt den noch ernst?).

Und das aus gutem Grund: Jede zweite Brille in Deutschland wird mittlerweile von Fielmann verkauft.

Klöckner & Co ist als Stahlhändler ein extrem zyklischer Wert, den konservative Investoren meiden. Ob die nächste Rezession oder doch nur ein Double Dip vor der nächsten Tür steht, kann im Moment niemand seriös vorhersagen. Das alleine genügt mir, um eine KCO nicht zu kaufen (oder noch nicht). Sicher ist die Fielmann-Aktie sehr hoch bewertet, aber man kann keine Äpfel mit Birnen vergleichen. Das Geschäftsmodell Fielmanns und seine unternehmerische Leistung, nicht zuletzt die Vehemenz, mit der sich der „Brillenkönig“ Günther Fielmann gegen die Lobbyisten der Gesundheitsbranche durchgesetzt hat, verdienen Anerkennung und Bewunderung.

Die heute gemeldeten Zahlen waren gut: Im zweiten Quartal stieg der Umsatz auf gut 250 Millionen EUR (+5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Vor Steuern verdiente die erfolgreiche Optikerkette 41,3 Millionen Euro. Der Gewinn nach Steuern stieg von 27,7 Millionen im Vorjahr auf 29,1 Millionen Euro.

“Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kauft der Verbraucher bei Unternehmen, die ihm hohe Qualität zu günstigen Preisen garantieren“, bemerkte das Unternehmen.

Die Aktie ist teuer, aber sie könnte noch teurer werden- allen Unken(analysten)rufen zum Trotz. Solange der aktuell durch die Medien geisternde „Aufschwung“, auch „deutscher Wirtschaftsboom“ oder- „wunder“ genannt, beim Verbraucher (wie bereits der letzte) nicht in Form höherer Einkommen ankommt, wird Fielmann eine Aktie bleiben, die in der Krise steigen wird. Sollte die Aktie mittelfristig fallen, wäre die Krise womöglich vorüber. Aber darauf würde ich mich nicht verlassen wollen.“ (Ende meines Tagebucheintrags vom 26. August 2010.
Siehe: http://www.aktientagebuchblog.de/fielmann-kaufen.html

Fazit: Leider sollten die Analysten daneben liegen, denn so sollte es mit dem Kurs von Klöckner&CO und Fielmann weitergehen:

kcovgl09_26_11

Fazit: Man überlege, ob man Analysten wirklich benötigt. Mr Trend weiß mehr, weshalb ich ihn eingestellt habe und keine Analysten. :D

Ab 7 Euro sehe ich mir eine KCO aus antizyklischer Sicht wieder einmal an (Bei 5 kaufen??).

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