Italien wie erwartet. Jetzt schon neu investieren?

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Die Börsen scheinen erstaunt darüber zu sein, dass es durch das Wahlergebnis in Italien zu einer Pattsituation bzw. „Unregierbarkeit“ des Landes gekommen ist und die Sparbeschlüsse „zur Rettung des Euros“ nun „in Gefahr“ sein dürften.

Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für mich die gestrige „DAX-Rallye“, die bereits VOR der Verkündung der ersten Hochrechnungen stattfand, quasi „in freudiger Erwartung“, dass die Wähler Berlusconi und dem „Komiker“ eine Abfuhr erteilen und sich für die Fortsetzung des Sparkurses entscheiden würden, der ihnen persönlich definitiv harte Zeiten bescheren wird.

Wie kann irgendjemand ernsthaft glauben, dass Wähler das tun würden, sich selbst derart hart zu bestrafen im Prinzip für das, was sie selbst zum größten Teil nicht zu verantworten haben?

Der Verlierer ist Monti, „der Sparer“ und nicht derjenige, derjenige das Land ins Chaos gestürzt hat, der „Bunga-Bunga-King“.

Im Premium Dienst hatte ich noch am Sonntag wortwörtlich geschrieben:

„Spannend dürfte der Wahlausgang in Italien und die Reaktion der Märkte auf das Endergebnis werden, wenn denn überhaupt ein Ergebnis verkündet werden wird und nicht ähnlich wie vor gut einem Jahr in Griechenland nochmals gewählt werden muss??, da die Euro-Gegner zu gewinnen drohten. Doch selbst für den Fall einer schnellen Regierungsbildung gilt: Die Halbwertszeit italienischer Regierungen beträgt knapp zwei Jahre. Nach der Wahl ist in jedem Fall vor der Wahl. Weiterhin zeigt dieses Beispiel, wie fragil das Euro-System doch ist: Bereits ein „falscher Wahlausgang“ kann die Euro-Krise wieder aufflammen lassen. Ich denke, dass man weiterhin besser Euros in andere Währungen umtauscht, indem man überwiegend die langfristig besten „Nicht-Euro-Aktien“ kauft bzw. lediglich die stärksten Werte aus dem Euro-Raum.“

Hinzufügen möchte ich noch, dass ich in das Euro-Experiment ungefähr so viel Vertrauen wie in Erich Honeckers Sozialismus-Experiment habe.

Es bleibt in Sachen Euro dabei: Umtauschen ist besser als weinen.

Was wird passieren, wenn sämtliche Gelder, mit denen Deutschland für die Rettung des Euros haftet, in nicht allzu ferner Zukunft fällig werden?

Wie hoch werden die Belastungen der Bürger NACH der kommenden Bundestagswahl sein, damit die Bürger des Landes „das alles“ bezahlen können?

Ich glaube, wenn im September ein Komiker zur Wahl stehen würde, erhielte er meine Stimme. Auf alle Fälle werde ich meine Stimme abgeben, auch wenn ich danach leider nichts mehr zu sagen haben werde.

Meine in der Überschrift gestellte Frage beantworte ich so:

„Ja, wenige, ausgewählte Werte kann man weiterhin- besonders in Korrekturphasen des Gesamtmarktes- noch kaufen.“ BESONDERS LANGWEILIGE „Dividendenwerte“ sollten in ihrer Gesamtheit als SACHWERTE betrachtet LANGFRISTIG weiterhin interessant bleiben.

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