Ist der Aufschwung XXL zu Ende?
Mein Short Experiment

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Ist der „Aufschwung XXL“ nun zu Ende oder macht er lediglich einmal Pause?

Diese Frage werden sich sicherlich heute alle Investoren stellen, die wieder einmal „völlig überrascht“ und mit einem flauen Gefühl in der Magengegend diese Nachricht vernommen haben:

Zitat: „Mieser April

Deutsche Exporte brechen um 5,5 Prozent ein

Berlin – Ist das der Vorbote einer Abkühlung der deutschen Wirtschaft? Die Exporte sind im April so stark eingebrochen wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Sie sanken um 5,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch mit. ‚Das ist der stärkste Rückgang seit Januar 2009 mit 6,5 Prozent“, sagte ein Statistiker….’

Quelle und weiterlesen:http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,767270,00.html

Nun, ich möchte keineswegs als „Besserwisser“ oder gar überheblich „rüberkommen“, aber das kann doch so überraschend nicht kommen?!

Anfang des Jahres hatte ich meine Premium-Leser(innen) gewarnt, dass wir nicht allzu euphorisch sein sollten, wonach es einige Kritik hagelte, von wegen, dass ich „viel zu pessimistisch sei“.

Ja, was hilft es denn, wenn man (zu) optimistisch ist und dann an einem Tag wie heute „überrascht“ ist und panisch auf die Verkaufsknöpfe drückt?

Gewarnt hatte uns ein ganz simpler Indikator, der Baltic Exchange Dry Index (BDI).

(Siehe hierzu auch meinen Tagebucheintrag)

Quelle: http://www.investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm

Ein wenig befremdlich las ich Anfang des Jahres die Beiträge einiger „Experten“ die den BDI kurzentschlossen uminterpretiert hatten, nach dem Motto: „Er sei aktuell nicht aussagefähig und man sollte sich doch auf die hervorragenden Zahlen aus der deutschen Wirtschaft orientieren. Diese versprächen weiter steigende Börsenkurse, der DAX solle auf mindestens 8000 Punkte steigen…“ usw.

Nun ja, wer es aus der Sicht der Börse betrachtet, der hat erfahren (müssen), dass die Börse sowohl einen möglichen Aufschwung als auch einen zukünftigen Abschwung, eine Rezession oder gar eine Weltwirtschaftskrise mehrere Monate vorher in die Aktienkurse „einpreist“.

Wenn also der BDI in die Nähe seines letzten Krisentiefs fällt, dann muss man eigentlich zu der Erkenntnis gelangen, dass da mit dem Aufschwung „irgendetwas nicht stimmen kann“.

Heute haben wir den Salat (oder hätte ich EHEC schreiben sollen? Besser nicht, denn sonst plant unsere Kanzlerin womöglich bald den Ausstieg Deutschlands aus der Landwirtschaft! Dann wird der Kohl in Zukunft aus China kommen- China-Kohl gewissermaßen. Na dann: „Prost Mahlzeit!“).

Nun kann dieser kurzfristige Einbruch durchaus auch auf die Erdbebenkatastrophe in Japan zurückzuführen sein. Aber der BDI ist bereits lange Zeit vorher gefallen.

Weiterhin wird ein sehr wichtiges Thema von den Medien völlig ignoriert:

„Welche Auswirkungen könnte der Super-GAU in Fukushima auf die Weltwirtschaft haben?“

Wird nicht doch eines Tages der Großraum Tokio so verstrahlt sein, dass die dortigen Immobilienpreise einbrechen könnten- mit nicht kalkulierbaren Risiken für die Banken, die Wirtschaft usw.?

Nun, ich würde nicht alles schwarz malen wollen, jedoch zumindest die rosarote Brille wieder absetzen und mich entsprechend am Markt positionieren.

Wie habe ich mich in den letzten Monaten positioniert?

1. Zunächst habe ich alle gehebelten Positionen auf verschiedene Aktien zu 100% liquidiert, einige bereits mit noch akzeptablen Verlusten, andere mit moderaten Gewinnen.

2. Meine spekulativen Werte habe ich ebenfalls auf aktuell unter 10% aller Aktienpositionen reduziert. In meinem „Abgeltungssteuerdepot“ habe ich erste Verkäufe durchgeführt (u.a. Hugo Boss, die von 10 auf 60 EUR gestiegen waren).

3. Meinen Anteil an defensiven Werten (siehe meine letzten Tagebucheinträge, in denen ich einige erwähnt habe) habe ich ausgebaut, also im Prinzip umgeschichtet.

4. Meine Strategie im spekulativen Trend Depot habe ich ebenfalls umgesetzt. In das Depot vor allem Discount-Zertifikate im Durchschnitt mit max. einem Jahr Laufzeit aufgenommen, wenn diese „noch akzeptable“ Gewinne versprechen- also nach heftigen Korrekturen an den Märkten wie zuletzt im März, wenn die Volatilität (die Schwankungsbreite des Gesamtmarktes) überdurchschnittlich hoch ist. Ansonsten sind die Renditen doch eher mager, als dass man das Risiko eines mittelfristigen Investments eingehen sollte. Mit anderen Worten: Hier kann man profitieren, wenn die Märkte crashartig einbrechen.

Diese meiner Meinung nach langfristig äußerst interessante Strategie können Sie in meinem Premium Dienst verfolgen, zu dem Sie sich HIER anmelden können (Langfristig lohnt sich das!)

NEU: Das Live-Experiment: Ein virtuelles SHORT-DEPOT

Da es an den Börsen immer wieder Korrekturen wie von 2000-2003 oder 2008/09 gibt, denke ich, dass man nun so langsam auch einmal über die Frage nachdenken sollte, ob man mit Short-Positionen Gewinne erzielen kann.

Hierzu möchte ich deshalb an dieser Stelle ein „Live-Experiment“ starten, also ein virtuelles Short-Depot führen.

Dieses werde ich privat NICHT nachbilden und warne auch ganz entschieden davor, dass es jemand mit „richtigem Geld“ nachvollzieht!!

Meine bisherige These lautet nämlich, dass es NICHT möglich ist, langfristig mit Short-Positionen Gewinne zu erwirtschaften.

Trotzdem möchte ich mir „große Mühe geben“ und versuchen, meine eigene These zu widerlegen.

Nochmals: Ich warne ganz entschieden davor, das Short-Experiment mit echtem Geld nachzuvollziehen. Ich übernehme keine Haftung für Verluste.

Bald geht es los.

Beteiligen Sie sich doch an diesem Experiment!

Kommentieren Sie doch diejenigen Werte, die Ihrer Meinung nach fallen müssen (Bitte hierfür die Kommentarfunktion unten nuzen). Wichtig wäre hierfür auch eine kurze Begründung. Dann kann ich mir vorstellen, dass das Experiment recht spannend werden könnte.

Wie immer das Experiment auch ausgehen mag, ich bleibe langfristig für die weltweit besten der besten Aktien optimistisch und erwarte, dass diese Werte weiter steigen werden– von Korrekturen einmal abgesehen. Für Short-Positionen kommen diese also nur bedingt in Frage bzw. nur als Absicherung vor Kursverlusten (das praktiziert selbst Warren Buffett, der ja ein Optimist ist, was die langfristige Entwicklung seiner Aktien angeht.)

Über den Stand der Dinge im Short-Depot werde ich Sie in meinem kostenlosen Newsletter informieren, zu dem Sie sich hier anmelden können.


 

4 KOMMENTARE

  1. Sony dürfte definitiv fallen, da es sich um eine Aktie aus Japan handelt und zudem die beiden Datenklaus die Kunden und Aktionäre verunsichert haben.

  2. Stimmt, die Berichte in Spiegel-TV haben ordentlich für Aufsehen gesorgt, was den Zustand der Gagfah-Immobilien angeht. Auf der anderen Seite wird die Aktie immer wieder wegen ihrer hohen Dividendenrendite gekauft.

    Aber es scheint aktuell sowieso nur noch Shorts zu geben. Heute bricht auch Celesio nach einer erneuten Gewinnwarnung nach unten aus. Das sind nun bereits Trendstrukturen wie im letzten Bärenmarkt. Es dürfte also noch sehr viele Short-Chancen geben.
    Zudem wird das Drama Griechenland noch lange für fallende Kurse sorgen, nun will man eine Entscheidung über die eventuelle Beteiligung privater Investoren sogar bis September verschieben. Anscheinend hat man aus den letzten Fehlern nichts gelernt: Auch im letzten Jahr wurde auf Zeit gespielt, weshalb es dann deutlich teurer werden sollte, als wenn man schnell reagiert hätte.

    Ich denke, dass die Märkte auf eine schnellere Entscheidung drängen werden. Es steigen bereits die Renditen der spanischen Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit. Der Markt könnte also auch Spanien in Gefahr bringen und setzt bereits jetzt auf Spanien als nächsten Euro-Rettungsschirm-Kandidaten. Dann wir des richtig ernst, denn
    das wäre dann wohl der neue Fall Lehman für die Märkte. Ich werde wohl das Experiment doch in die Praxis umsetzen müssen?! Der Alptraum scheint sich fortzusetzen, leider. Doch wir werden reagieren und das Beste aus der Situation machen.

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