Intel: Nun bin ich begeistert!

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„Buy and hold ist tot!“, so lautet die „Erkenntnis“ aus dem Börsendesaster der letzten Jahrundertcrashs von 2000-2003 und 2008/2009.

*(Also Aktien zu kaufen und diese einfach zu halten, sich nach dem Kauf nicht mehr um seine Investments zu kümmern, da man ansonsten auf Grund der Überflutung der Anleger mit Informationen die falschen Entscheidungen trifft und mehr und am Ende in der Summe seiner Fehlentscheidungen Verluste an der Börse erwirtschaftet…)

Zugegeben, nach dem „letzten großen Desaster“ habe ich spätestens im März 2009 an meiner Entscheidung gezweifelt, weiterhin meine langfristige Buy-and-Hold-Strategie zu verfolgen. Ich wollte dann ab 2009 „Trader“ werden, also schnell(ere) Gewinne erzielen, schneller verkaufen, um meine Nerven zu schonen. Das genaue Gegenteil ist eingetreten, es gab ein paar kleine Gewinne, ebenso viele Verluste und unterm Strich schloss ich mit einem kleinen Minus ab. In der Konsequenz habe ich mein Trading-Depot geschlossen, den „Restbetrag“ sogar auf ein Tagesgeldkonto überwiesen und mich so gut es möglich gewesen ist, von Vielem ferngehalten, was mit kurzfristigem Trading zu tun hat. Nach über 20 Jahren Börsenerfahrung habe ich festgestellt, dass ich als Trader wohl nicht tauge. Einen Usain Bolt werde ich selbst nach 30 Jahren täglichen Trainings nie besiegen können und an der Börse werde ich selbst nach 40 Jahren regelmäßiger Beschäftigung mit der Materie kaum als Trader erfolgreich sein. „Traden kann man lernen?!“ Nun, wenn man alles lernen könnte, dann wären alle Trader?? „Der Wille zählt, dann wird sich der Erfolg schon einstellen!?“ Ja und nein, Bolt kann ich nie besiegen und Miss Börse ebenso niemals.

Geärgert habe ich mich über diese meine Erkenntnisse (oder sind es lediglich negative Gedanken??) bislang nicht, im Gegenteil:

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Der Chart der Intel-Aktie (in EUR) seit April dieses Jahres: „Sell in May and go away!- Besser NICHT!?

Jeden Tag kann ich mich freuen, wenn ich mich auf das „Positive des Tages“ konzentriere:

Heute freue ich mich, dass ich bei Intel durchgehalten habe. (Zuletzt hatte ich hier in mein Blog geschrieben: „Intel halte ich weiterhin als “Dividenden-Aktie” für sehr interessant.)“ http://www.aktientagebuchblog.de/qualcomm-vor-neuen-hoechstkursen.html)

OK, es ist nur eine kleine Position, die ich Ende 2008 gekauft habe, doch heute wird sie schon wieder etwas wertvoller.

Immerhin gehört die Aktie von Intel in diesem Jahr zu den absoluten Überfliegern im Dow Jones (der gestern ein neues Allzeithoch erklommen hat).

Der Chart von Intel gleicht nun auf der kurzfristigen Zeitebene einer Fahnenstange, kaufen würde ich die Aktie jetzt nicht mehr, aber halten, zumal die Dividenden regelmäßig gezahlt werden und wohl demnächst sogar steigen dürften, geht es doch Intel wieder deutlich besser. (Doch ist selbst das nicht eher die Denkweise eines Traders? Es scheint schwieriger als gedacht zu sein, sich von all dem kurzfristigen Spekulieren abzukoppeln…)

„Das ‚mobile Zeitalter‘ hat das Management der Chip-Giganten verschlafen“, heißt es. Gut, dem ist nur entgegenzusetzen, dass das „mobile Zeitalter“ gerade erst begonnen hat und Intel sich definitiv darauf einstellen wird, um sich wieder zurück ins Geschäft zu beamen. Intel will seine Chips zukünftig in immer mehr „Alltagsgeräte integrieren“. Weiterhin erholt sich nach dem Ende von Windwos XP der PC-Markt: Immer mehr Unternehmen müssen nun auf neue Betriebssysteme umstellen und verbinden dies mit dem Kauf neuer PCs. Das dürfte Intel höhere Gewinne bescheren, Gewinne, die der Chip-Riese in seine Forschung und Entwicklung investieren dürfte.

„Buy and hold ist tot!“ „Intel ist der Verlierer des mobilen Zeitalters!”

Nun, Totgesagte leben mitunter länger als gedacht und einige Weisheiten könnten sich eines Tages als Irrglaube herausstellen…

… Allerdings denke ich weiterhin, dass sich für die Buy-and-Hold-Strategie lediglich die „besten der besten Aktien“ eignen. Dabei wird es einem im Verlauf der Jahre zu Gute kommen, wenn man sich mit der Analyse von Aktien beschäftigt, wenn man Erfahrungen sammelt und eine Menge Geduld mitbringt. „Die Gewinne werden an der Börse vor allem mit dem Hintern erzielt“, lautet eine Überzeugung der „eingefleischten Langfrist-Investoren“…

… „Bevor man sich hinsetzt, sollte man aber doch besser erst einmal nachgedacht haben!“, möchte ich ergänzen.

Gesagt, getan: Wenn Intel gute Zahlen meldet: Wird dann morgen auch IBM endlich wieder einmal positiv überraschen?

(Ertappt: Schon wieder zu kurz gedacht!? Anscheinend sind wir alle total verseucht von diesen Gedanken. Wie können wir uns erfolgreich entgiften?)

Angabe nach §34 WPHG: Aktuell halte ich weiterhin Aktien von Intel.

Dieser Tagebucheintrag dient wie immer lediglich der Information und Diskussion und darf nicht als Handlungsempfehlung oder Anlageberatung verstanden werden.

 

 

 

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