Europäischer Schuldenmechanismus tritt in Kraft

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Und schon wieder sind wir heute unfreiwillig (da nicht um unsere Zustimmung gefragt, liegt die letzte Wahl doch bereits drei Jahre zurück) Zeitzeugen eines historischen Ereignisses:

Der ESM (European Stability Mechanism), von Insidern auch „Europäischer Schuldenmechanismus“ genannt, wurde heute in Kraft gesetzt.

Warum denke ich- während ich das „Geschehen um den Euro“ analysiere- immer an die einstige Errichtung der Berliner Mauer? Warum vergleiche ich den „Rettungsschirm“ mit der im Jahr 1961 errichteten Betonmauer?

Mit dem ESM schützt sich „Europa“ doch gegen die Angriffe der „bösen“ Kapitalmärkte.

Damals wurde eine Mauer errichtet, da man sich angeblich vor dem Imperialismus hatte schützen müssen.

(Oder vor denjenigen, die das Land- gut ausgebildet- in Richtung der Ausbeuter verlassen wollten.)

Doch wer oder was war(en) eigentlich „der Imperialismus“? Waren es die Arbeiter in der Bundesrepublik Deutschland oder die Besitzer der großen Fabriken in Westdeutschland, in Frankreich, Großbritannien…? Gehörten die „kleinen“ Besitzer von Produktionsstätten, die andere Menschen für sich arbeiten ließen etwa auch dazu? (Na klar, Ausbeutung ist Ausbeutung.)

Wer sind heute „die Kapitalmärkte“?

Sind es die gierigen Manager der Hedgefonds, die gegen den Euro und die Anleihen der Griechen, Spanier und Italiener gewettet haben? Sind es die Zocker in den Handelssälen der Großbanken oder nur die Investmentbanker? Ist es eine „ so nicht mehr hinnehmbare Manipulation des Marktes“, wenn Länder wie Krisenland, Italien oder Spanien plötzlich 7% Zinsen zahlen müssen (also weniger als vor der Einführung des Euros)?

Eine Schutzmauer gegen diese kriminellen Aktivitäten muss her, keine Frage.

„Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten!“, hatte es damals noch wenige Wochen vor dem Bau des „antifaschistischen Schutzwalls“ geheißen.- „Eine gesamtschuldnerische Haftung in Europa wird es nicht geben, so lange ich lebe“, vernahmen wir noch am 26. Juni 2012 (oder glaubten es nur vernommen zu haben??).

Wie werden wir auf der durch die Mauer geschützten Seite in der Zukunft leben?

Auf welcher Seite wird die Freiheit leben? Waren ab 1961 diejenigen frei, die man geschützt hatte oder die „Ausgebeuteten“ auf der anderen Seite der Mauer?

Ist das Euro-Experiment bereits gescheitert, so wie der Sozialismus im Jahr 1961 angesichts der Wahl der Bürger(innen) durch ihre Füße bereits gescheitert war?

Eine Mauer ist doch die letzte Möglichkeit, das gescheiterte Experiment fortzusetzen!?

Warum war diese Maßnahme erforderlich? Sollte der Euro Europa nicht einen?

Die Realität sieht doch so aus, dass der Euro Europa gespalten hat:

Die Menschen in Spanien, Griechenland oder Italien demonstrieren gegen die ihnen auferlegten Entbehrungen. In Spanien sind 50% der Jugendlichen ohne Arbeit, noch schlechter sieht es für junge Griechen aus, während sich die Beschäftigungsquote in Deutschland in den letzten Jahren unter dem Euro spürbar erhöht hat (vor allem wegen der massiven Zunahme von Billiglöhnern, die sich mit immer weniger zufrieden geben und nun auch viel weniger Zeit haben, um an Demonstrationen teilzunehmen).

Ist dies das geeinte Europa, das die Euro-Väter errichten wollten? Wird der Schuldenmechanismus nun die Wende zum Besseren einleiten?

Wenn der Euro scheitert, dann scheitert Europa! Könnte es nicht auch sein, dass Europa scheitern wird, sollte der Euro bleiben? Was dann?

Was werden die Bürgerinnen und Bürger tun? Werden sie bleiben oder auf die andere Seite wechseln oder werden sie zumindest ihr Geld wechseln in eine der „nicht geschützten Währungen“.

Noch besteht diese Möglichkeit, wie lange noch?

Der Start des ESM markiert einen historischen Meilenstein bei den Arbeiten an der Zukunft der Währungsunion“, erklärte uns heute „Eurogruppenchef“ Jean-Claude Juncker.

„Die Eurozone ist nun ausgerüstet mit einer dauerhaften und effektiven Brandschutzmauer.“

Ja, vielleicht bin ich deshalb auf „Mauer“ gekommen, es sollte doch ein Schirm werden…

„Nun bewegen wir uns vorwärts und fügen der Währungsunion einen wichtigen Baustein hinzu“, sagte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn heute in Luxemburg.

(Erinnerungen werden wach: Vorwärts immer, rückwärts nimmer? Den Euro in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf! Den Euro wird es auch in 100 Jahren noch geben!)

Und nun fülle ich meinen Feuerlöscher mit Benzin- um in Zukunft einen eventuellen Brand mit 90 Oktan zu löschen.

Zum Schluss noch ein Zitat von Prof Otte:

„Nun ist auch der ESM beschlossen. Zwar muss der Bundestag formal bei Kapitalerhöhungen zustimmen, aber SPD, FDP, Grüne und CDU sind so lahm und so wenig an der Wahrnehmung der Interessen der Bürger interessiert, dass das zunehmend zur Formsache verkommen wird. Die Dauerpipeline für deutsches Geld von Berlin nach Athen ist gelegt.

Frau Merkel: Retten Sie Griechenland! Stärken Sie den Euro! Tragen Sie zu Frieden und Verständigung in Europa bei! LASSEN SIE ENDLICH GRIECHENLAND AUS DER EUROZONE!“ (Quelle und den gesamten Beitrag unter :

http://www.boerse.de/geldanlage/Frau-Merkel-Stopp-/7329030

Auch ich bin gegen den Euro in seiner jetzigen Form, weil ich FÜR EUROPA bin.

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