Dufte Gewinne mit Givaudan

0
2320

Heute schreibt mir ein Leser, dass er die Aktie von Givaudan gekauft hatte, sofort nachdem er meinen Beitrag in der Wochenübersicht im Frühjahr dieses Jahres gelesen hatte. Was hatte ich geschrieben?

„NEU im Premium Dienst:

Givaudan (WKN: 938427, Kürzel: GIN): Es duftet nach Dividenden!

Ein Trend wie aus dem Bilderbuch und beständige Dividendenzahlungen- genau nach diesen Werten müssen wir suchen.

Wer sucht, der wird fündig. Das Unternehmen aus der Schweiz ist einfach dufte, seine Aktie duftet nach Dividenden und ich rieche eine tolle Langfristchance.

Givaudan ist der weltgrößte Duft- und Aromenhersteller. Wir Menschen lassen uns zwar weitaus weniger von Gerüchen leiten als viele andere Säugetiere.

Doch immer noch heißt es: „Wir können XYZ nicht riechen.“

„Die Chemie muss stimmen.“

„Das beste Gedächtnis hat die Nase!“ (Kurt Tucholsky)

„Ein einziger Geruch weckt ganze Gruppen von alten Empfindungen wieder auf; wirkt mehr auf die Phantasie als selbst das Auge. (Jean Paul)

„Ich lasse mich von dir nicht an der Nase herumführen!“

„Verdufte!“

Es ist erwiesen, dass wir nichts mehr schmecken, wenn wir nichts mehr riechen. Und wer möchte schon etwas essen, das ihm/ihr nicht schmeckt? Ohne Aromen und Düfte dürfte also auch in Zukunft kein Lebensmittelhersteller auskommen.

Wussten Sie aber, dass…

… viele Supermärkte, Drogerien oder sogar Finanzdienstleiser gezielt Düfte einsetzen, um uns Kunden zu manipulieren? Banal wissenschaftlich ausgedrückt: „Olfaktorische Reize gelangen ohne Umweg, direkt ins limbische System. In dieser ersten Verarbeitungsstufe ist also auch der Hippocampus (Erinnerungszentrum) involviert.“ (Quelle und weitere Informationen: https://de.wikipedia.org/wiki/Duftmarketing)

Von „Duftmarketing“ ist die Rede!

Das geht so weit, dass Unternehmen wie Givaudan sogenannte CS-Düfte (Corporate Scent) kreieren.

Ein „Unternehmen von Welt“ besitzt eine eigene Identität (Corporate Identity)- zu dieser gehören nicht nur das entsprechende Firmenlogo, Briefköpfe, eine eigne Schriftart im Geschäftsverkehr usw. Neuerdings sollen Unternehmen bereits an ihrem Geruch erkannt werden, an ihrem ganz speziellen Duft.

Mit anderen Worten: „Hier riecht es aber sehr stark nach der Deutschen Bank, nach VW, Ford, BMW oder Apple…“

Wie mag dann erst eine „breit diversifizierte“ Visitenkartensammlung duften?

Es ist kein Witz, aber Samsung hat sich einen eigenen Duft für seine Smartphones kreieren lassen- und ich denke, dass diese ganz bestimmt nicht nach süßen Äpfeln duften dürften??

Und wer das andere Geschlecht nicht anders von sich beeindrucken kann, der kann es einmal mit chemischen Lockstoffen versuchen in der Hoffnung, das der/die Richtige eines Tages vor einem stehen wird.

Der Fantasie mit Düften und Aromen sind also kaum Grenzen gesetzt, wir haben es hier mit einem Wachstumsmarkt zu tun, einem Zukunftsmarkt…. Den Düften und Aromen gehört die Zukunft! Und das vielleicht Schönste: Düfte verfliegen und müssen immer wieder neu hergestellt und vertrieben werden.

Und wir wissen: Die meisten Aktien von Unternehmen, die etwas verkaufen, das sich immer wieder verbraucht, steigen langfristig!

(An dieser Stelle könnte ich Ihnen fünf, zehn oder fünfzehn Aktiencharts präsentieren, die alle eines gemeinsam haben: Sie laufen von links unten nach rechts oben- Und NUR derartige Charts sind für uns als Langfrist-Investoren interessant.)

(Irgendwie- sonderbar- kann ich mich noch sehr gut daran erinnern, wie einst die Pakete gerochen haben, die wir immer vor Weihnachten auspacken durften und die uns unser Onkel schickte, der selbst in DDR-Zeiten das große Glück hatte, als Außenhandelskaufmann die ganze Welt bereisen zu dürfen. Ein Paket aus Holland roch anders als eines, das er für uns in England zusammengestellt hatte….

Wer den Verkaufsraum des damaligen „Intershops“ in der DDR betreten hatte, traute seiner Nase nicht…)

… Es roch doch sofort, aufdringlich… mächtig gewaltig- „nach Westen“! Kein Wunder, dass unser gesamter Dachboden immer öfter nach Westen roch, weil dort die Wäsche einer Familie getrocknet und präsentiert werden sollte, deren Ernährer als Fernfahrer arbeitete und immer öfter gen Westen düsen durfte…

… Heute riecht es hingegen weder bei uns noch im „richtigen Westen“ besonders stark nach Westen. (Haben die damit aufgehört, nach Westen duften zu wollen, müssen oder haben wir uns an den Geruch des Westens mittlerweile gewöhnt?)

Wie mag es wohl erst in Vernier duften, dem Firmensitz von Givaudan?

Das im Jahr 1895 von Léon und Xavier Givaudan in Zürich gegründete Schweizer Unternehmen beschäftigt weltweit ca. 9400 Mitarbeiter in 40 Ländern, die im letzten Jahr über 4,4 Mrd. CHF Umsatz erwirtschafteten.

Durch zahlreiche Übernahmen hat der Konzern aktuell einen Weltmarktanteil am Duft- und Aromengeschäft von ca. 21% erlangt. Konkurrenten sind Symrise (SDAX, auch eine ganz gute Aktie) und International Flavors & Fragrances (diese Aktie notiert im S&P 500 und ist zuletzt ebenfalls ganz hervorragend gelaufen, unbedingt also auch diese Aktie beobachten!).

Von Givaudan mit Duft- und Geschmacksstoffen beliefert werden fast alle großen Konzerne, die etwas verkaufen, „das sich verbraucht“; u.a. Unilever, L’Oréal,Procter & Gamble, Colgate oder die französischen Luxus-Hersteller wie Estée Lauder, Cartier, Yves Saint Laurent usw.

Die Givaudan-Aktie notiert im Schweizer Leitindex SMI, aus dem sie 2007 „absteigen musste“, da der SMI von 30 auf 20 Werte verkleinert wurde. Seit September 2011 führt aber nun kein Weg mehr an der Aktie vorbei; seitdem ist sie wieder ein fester Bestandteil des SMI.

Beeindruckend ist nicht nur der Chart der Givaudan-Aktie, sondern auch die Historie der gezahlten Dividenden.

givaudan12_11_14

Mit Ausnahme für 2008 wurde die Dividende seit dem Jahr 2001 immer wieder angehoben. (Doch zu diesem Zeitpunkt konnte man ja die Aktie billiger kaufen und sich auf diese Weise eine hohe Dividende für die Zukunft sichern!)

Aktuell erhalten Aktionäre der Duft-Aktie bereits 47 CHF. Und es duftet bereits nach der nächsten Anhebung der Dividende, hat es sich das Unternehmen doch zum Ziel gesetzt, auch in Zukunft 60% des freien Chashflows als Dividende an seine Aktionäre auszuschütten. Die Geschäfte von Givaudan laufen weiterhin blendend, so dass der freie Cashflow ebenfalls- und damit die Dividenden- weiter steigen sollten…“ (Ende Premium Dienst)

Fazit: Jede Woche reibe ich meinen Lesern und Leserinnen einige meiner Meuinung nach dufte Aktien unter ihre Nasen. Welche wer kauft, das bleibt nicht dem Geruch, sondern dem persönlichen Geschmack überlassen…

 

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT