Die Cisco Systems Aktie bricht ein: Ist das wirklich ein Schock?

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Was für die Solaraktien gilt, trifft auch mit einigen Abstrichen auf andere (ehemalige) Trendaktien zu. Das wohl am meisten bewunderte Unternehmen und eine der teuersten Aktien zu den Zeiten der großen Internetblase war zweifelsohne Cisco Systems.

Gestern meldete Cisco Systems seine neuesten Quartalszahlen. Wer diese Aktie hält, der dürfte wohl schon einige schlaflose Nächte hinter sich haben, denn wenn Cisco Systems zuletzt seine Zahlen meldete, dann glich das einem Erdbeben. So auch heute wieder:

Die Cisco-Aktie bricht aktuell ca. 16% ein.

Kommt der heutige Crash in der Aktie von Cisco Systems wirklich überraschend?

Am 29. August nahm ich die Cisco-Aktie von unserer Beobachtungsliste im Premium Dienst (zuletzt sorgte Cisco mit dem neuen Trend „Smart Grid“ für Aufsehen) mit dieser Begründung: „Entfernt wurde die Aktie von Cisco Systems, die ich ab sofort nicht mehr als Trendaktie führe. Solange John Chambers alle drei Monate Fernesehinterviews gibt, die den Aktienkurs zweistellig unter Druck setzen, kann man die Aktie niemandem mehr zumuten.“

(Premium Dienst vom 29.08.10)

Auch wenn ich- wie fast jeder Andere auch, ab und zu daneben liege, so war doch diese Einschätzung Geld wert, denn verhinderte Verluste sind genauso wichtig wie die Gewinne, die man mit seinen Investments erzielt. Folglich werden Werte verkauft oder von der Beobachtungsliste gestrichen, wenn sich deren Lage entsprechend verschlechtert hat, so dass ein Festhalten an dem entspr. Wert erst einmal wenig sinnvoll erscheint. Sollte sich das als ein Fehlalarm herausstellen, dann kann man ihn ja immer noch zurückkaufen.

Aber die Cisco-Zahlen bzw. der gesenkte Ausblick (denn die Zahlen waren gut) belegen noch etwas sehr Wichtiges:

Tatsächlich zeigt die US-Wirtschaft eine sehr starke Schwächephase, schließlich sind fast alle US-Unternehmen bei Cisco Systems Kunde. Wenn diese ihre Investitionen zurückfahren, dann ist das kein gutes Vorzeichen für die kommenden Quartale und weiter steigende Aktienkurse (falls sich diese an den fundamentalen Fakten orientieren sollten, was sie jedoch wohl nicht tun werden, da die enorme Liquidität, die die Fed in die Märkte pumpt, weiterhin in alle Anlageklassen, also auch Aktien fließen wird. Das dürfte auch bei eher schwachen Zahlen für weiter steigende Kurse sorgen).

Es war ohnehin sehr „sonderbar, dass die US-Wirtschaft „offiziell“ schwach sein soll, die US-Unternehmen jedoch zuletzt Rekordergebnisse meldeten.

Was könnte also hinter dieser Divergenz stecken?

Im Premium Dienst schrieb ich zuletzt:

„In den USA könnte aber noch etwas Anderes hinter den zuletzt gemeldeten Rekordgewinnen stehen:

Im Land des unbegrenzten Gelddruckens gibt es nach den Kongresswahlen vom Dienstag nun eine sehr wichtige Entscheidung zu treffen, nämlich die, ob die Steuererleichterungen, die vor einigen Jahren Präsident Bush durchgesetzt hat, jetzt verlängert oder ob sie 2011 auslaufen werden. Das ist äußerst wichtig, denn wenn alles so bleibt wie es beschlossen ist, dann würden auf die Amerikaner ab Januar höhere Steuern zukommen. Besonders die Mittelschicht wäre betroffen, aber auch die „Superreichen“ und die Unternehmen.

Sollte es aber „keinen Ausstieg aus dem Ausstieg“ geben, die Steuern also erhöht werden, dann kämen womöglich einige mögliche Turbulenzen auf „uns“ zu: Der Steuersatz auf realisierte Kursgewinne (sollte alles so eintreffen wie es beschlossen ist, die Steuererleichterungen also im Januar auslaufen) würde von aktuell 15 auf dann 20 % steigen, der Satz für ausgeschüttete Dividenden von 15 auf dann maximal 39,6%!

Sollten die Amerikaner so wie die Deutschen (und demnächst auch die Österreicher) vor dem möglichen Inkrafttreten der neuen Steuererhöhungen handeln, also ihre Anlagen noch schnell zum alten Steuersatz verkaufen wollen, dann könnte das eine Verkaufswelle an den US-Börsen auslösen und diese könnte auch über den Atlantik zu uns herüberschwappen, denn der Großteil der deutschen Aktien wird von US-Investoren gehalten, die Deutschen (einschließlich der deutschen Großinvestoren wie die Versicherungen) meiden ja Aktien wie der Teufel das Weihwasser.

Da ist es allzu logisch, dass die US-Unternehmen ebenso Steuern sparen und möglichst alle Gewinne jetzt noch in 2010 deklarieren und versteuern wollen.

Und genau danach sieht es auch aus: Die zuletzt gemeldeten Rekord-Zahlen von US-Unternehmen könnten auf diesen Steuereffekt zurückzuführen sein. (Wie gesagt, dass ist meine Vermutung, Beweise gibt es hierfür nicht.)

Das wiederum könnte bedeuten, dass uns ab Januar 2011 herbe Enttäuschungen bei den Unternehmergewinnen ins Haus stehen könnten, was die Märkte dann unter Druck bringen könnte. Die Fed greift dem schon einmal vorweg und flutet die Märkte mit frischem Geld.

Fazit: Wir müssen das weiterverfolgen und darauf achten, was sich in Sachen Steuern in den USA demnächst ereignen wird.“ (Premium Dienst vom 07.11.10)

Anmeldungen zu meinem Premium Dienst sind hier möglich.

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