Deutsche Nebenwerte – Beispiel Bob Mobile AG

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Was wir im deutschen Nebenwertesegment erleben, kann man nur als tragisch bezeichnen.Seit der Einführung der Abgeltungssteuer (und sicher auch des allgemein negativen Börsenumfelds) sind die Umsätze in den deutschen Nebenwerten derart zurückgegangen, dass man keine Nebenwerte mehr handeln kann. Wenn lediglich 400 Aktien am Tag gehandelt werden, dann wird es zu einem Abenteuer, in einem Nebenwert eine Position auf- und vor allem wieder mit einem Gewinn abzubauen. Und dabei gibt es einige Perlen unter den Nebenwerten, die ich am liebsten sofort kaufen würde.

Ein Beipsiel ist die Bob Mobile AG, einem Anbieter von Handyapplikationen wie Spielen usw. und ein Werbevermarkter.
Da Smartphones immer beliebter werden, dürfte dieser Wachstumsmarkt noch lange nicht gesättigt sein. Den Entwicklern mobiler Dienste kann es demnach egal sein, ob gerade Apple, Research in Motion, Samsung, Sony Ericsson oder Nokia in der Gunst der Käufer vorne liegt.

Die letzten Zahlen von Bob Mobile waren hervorragend, der Umsatz konnte im Vergleich mit dem ersten Quartal 2009 von 5,1 Mio. EUR auf 6,2 Mio. gesteigert werden (+21%). Für das Gesamtjahr wird ein zweistelliges Wachstum bei Umsatz und Gewinn erwartet.
Aktuell beträgt die Dividendenrendite ca. 7%! Auch das spräche- wie die Aktionärsstruktur oder die internationale Expansion (auch nach Griechenland, so dass man als Aktionär einen kleinen Teil der dorthin transferierten Steuergelder zurückbekommen würde ) sowie eine Bewertung mit einem KGV von 10 für den Kauf der Aktie.

Chart der Bob Mobile AG

Bob Mobile: Ein tadelloser Trend, der mich an Delticom erinnert, die ich im Premium Dienst vorgestellt hatte.
Aber wie gesagt, die Umsätze in dieser Aktie sind derart gering, dass ich sie trotz aller Fakten, die für den Kauf gesprochen haben oder aktuell immer noch sprechen, nicht gekauft habe und auch nicht kaufen werde und den Kauf auch nicht empfehlen kann.

Dieses Beispiel zeigt, wie negativ die Auswirkungen der jüngsten Beschlüsse unserer Politiker sein könnten:

Innovative Unternehmen, die auch Arbeitsplätze generieren könnten, haben kaum eine Möglichkeit, sich über die Börse Risikokapital zu beschaffen. Viele Börsengänge werden aus diesen Gründen gar nicht erst in Angriff genommen werden. Sollte auch noch eine Kapitalmarktsteuer im nationalen Alleingang eingeführt werden, dürfte die Börsenumsätze selbst im SDAX oder MDAX gravierend zurückgehen, so dass man dann nur noch DAX-Werte handeln könnte.

Auch ein Leerverkaufsverbot entzieht dem Markt unterm Strich Liquidität. Viele Investoren sichern sich zudem über Leerverkäufe am Markt ab. Wenn die Möglichkeit der Absicherung entfällt, wird man wohl weniger oder gar nicht kaufen.
Aber die „bösen Spekulanten“ werden auf andere Handelsplätze ausweichen. In Singapur wurde schon einmal ein Areal für den Bau von Gebäuden für Hedge Fond Büros reserviert.

Die Börsenumsatzsteuer (oder wie man das immer bezeichnen mag) wird am Ende auf den Bankkunden „umgelegt“, der für alle Umsätze in Finanzprodukten oder auf alle Transaktionen zusätzliche Gebühren in Kauf nehmen muss.

Für die Volkswirtschaft bedeutet all das, dass diese von wenigen großen Konzernen dominiert werden wird, für die die Politik das Beste tun wird. Es wird nun wohl das Wirklichkeit, was man uns damals in der 9. Klasse unter dem Thema „Staatsmonopolistischer Kapitalismus (Stamokap)“ beizubringen versuchte. Als Lehre sollten wir damals (1979) ziehen, dass der Stamokap nicht dem Volk, sondern in erster Linie den großen Konzernen dient. Auch der kleine Unternehmer würde keine Chance mehr haben, er würde schlichtweg beseitigt. Na ja, wer hätte gedacht, dass diese Lehre nach 30 Jahren Wirklichkeit werden könnte, sollte alles so kommen, wie es nun kommen soll. Trotzdem gibt es in einer (noch) freiheitlichen Gesellschaft immer wieder Möglichkeiten, andere, neue Wege zu gehen.

Not macht erfinderisch:
Meine vorausschauende Denkweise hat mich nach Alternativen suchen lassen und ich habe das Internationale Trend Trading Depot ins Leben gerufen. Anders als hierzulande gehört es z.B. in den USA einfach dazu, dass innovative Unternehmen an die Börse gehen und die Umsätze an den US-Börsen sind derart hoch, dass ich noch in illiquiden Werten, also Nebenwerten, hunderte Börsenumsätze am Tag geboten bekomme.

(In Bob Mobile sind es bis jetzt jeweils zwei in Frankfurt und auf XETRA.)

Fazit: Wir sind dann schon mal weg und kommen höchstwahrscheinlich nicht wieder.

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