Der Baltic Dry Index und die Zahl der Aktionäre befinden sich weiter im Sinkflug

1
2463

Ein sehr wichtiger Frühindikator ist der Baltic Dry Index. „Der Baltic Dry Index (BDI) wird von der Baltic Exchange in London veröffentlicht und ist ein wichtiger Preisindex für das weltweite Verschiffen von Hauptfrachtgütern (hauptsächlich Kohle, Eisenerz und Getreide) auf Standardrouten…

Untergruppen des Index berücksichtigen 26 Hauptschifffahrtsrouten und erfassen die Kosten für Zeitcharter und Reisecharter für vier Schiffsklassen (Capesize, Panamax, Supramax und Handysize) im Trockenschüttgutverkehr. Hauptfrachtgüter sind Kohle, Eisenerz, Zement, Kupfer, Kies, Dünger, Kunststoff-Granulat und Getreide.

Die Indexentwicklung beeinflussen neben den Schwankungen des zur Verfügung stehenden Schiffsladeraums auch Hafenkapazitäten sowie saisonale Schwankungen wie Erntezyklen und Jahreszeiten. Der Index wird an der Baltic Exchange nicht gehandelt. Anders als die Märkte für Aktien und verzinsliche Wertpapiere ist der BDI frei von Spekulation.“

(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Baltic_Dry_Index)

In den letzten Monaten ist der Index in die Richtung seines Tiefststandes aus dem Weltwirtschaftskrisenjahr 2009 gefallen. Was hat das zu bedeuten?

Quelle: www.investmenttools.com

Mögliche Gründe können der Einsatz neuer Schiffstypen sein, die dieser Index nicht widerspiegelt, aber auch eine nach wie vor existierende Überkapazität an Frachtschiffen, die auf den letzten Schiffbauboom in den Jahren 2005-2007 zurückzuführen ist. Bekanntlich wollte (besser MUSSTE)  einem „damals“ jeder Bankberater irgendeinen „Schiffsfonds“ andrehen. Es wurden von diesen Mitteln mehr Schiffe gebaut als jetzt benötigt werden.

Sicher ist auch der strenge Winter ein Grund dafür, dass weniger Rohstoffe verschifft werden. Aber auch die Flutkatastrophe in Australien, die u.a. die Kohleförderung unmöglich gemacht hat, dürfte zum „Absturz“ des Baltic Dry beigetragen haben.

Jedoch besteht auch die große Gefahr, dass das Wirtschaftswachstum in China (China ist der Hauptimporteur von Rohstoffen) demnächst ins Stocken geraten wird, denn wenn wesentlich weniger Rohstoffe nachgefragt werden, was die niedrigen Schiffsraten widerspiegeln- könnte es demnächst mit der Konjunktur im Reich der Mitte massiv abwärts gehen.

Da die Inflationsrate in China bereits im Bereich um ca. 5% liegt, muss die Notenbank die Zinsen anheben und das könnte womöglich die Immobilienblase zum Platzen bringen.

Ähnlich wie zuletzt nach dem Platzen der US-Immobilienblase Anfang 2007 sowie der spanischen 2008, könnte das eine neue Finanz- und Wirtschaftskrise auslösen. Diese Gefahr besteht, jedoch kann es noch einige Zeit dauern, bis die nächste Krise dann Realität wird. So war es  bereits im Jahr 2005 bekannt, dass sich in den USA eine gigantische Immobilienblase ausgebildet hatte, es sollte jedoch noch bis Febraur 2007 dauern, bis diese Blase platzte und gar bis September 2008, bis das gesamte Welt-Finanzsystem fast zusamengebrochen wäre. Aktuell könnte es also ähnlich ablaufen. Die jeweils „Herrschenden“ werden alles tun, um uns so etwas wie Sicheheit vorzugaukeln.

Wie dem auch sei, der Baltic Dry Index passt überhaupt nicht in das XXL-Aufschwung- Szenario. Wenn man bedenkt, dass die deutsche Wirtschaft ganz besonders stark von den Exporten nach China abhängig ist- viel mehr als die amerikanische oder „gesamteuropäische“, könnte es schon recht bald zu einer Ernüchterung kommen.

Sollte jedoch die US-Wirtschaft nun endlich in Schwung kommen, würde das einen gewissen Ausgleich zu einem eventuellen Einbruch in China darstellen.

Das Szenario würde mich dann an die Periode nach der Asienkrise Ende der Neunziger Jahre erinnern, als Investoren ihre Gelder aus Asien abgezogen und in den USA, aber auch „bei uns“ investierten, wobei die Mehrheit an den DAX-Konzernen mittlerweile von ausländischen Investoren gehalten wird (in den Neunzigern war es nur ca. ein Drittel der DAX-Aktien, die von den Ausländern gehalten wurden. Die Aktienfeindseligkeit der Bundesregierungen hat also ganze Arbeit geleistet und hat die Märkte nicht stabilisiert, sondern sogar destabilisiert, denn bereits André Kostolany behauptete, dass ausländische Investoren vor allem eines suchten- das schnelle Geld. Nun, der Fall Hochtief beweist, dass da „etwas dran ist“.)

Ein eventueller Abschwung in Asien könnte also sogar- ähnlich wie Ende der Neunziger Jahre- zur Ausbildung einer neuen „Aktienblase“ führen. In dem Fall könnte der DAX „locker“ über 10.000 Punkte steigen.

Hierzu passt auch die heutige Meldung zu den Zahlen der Aktionäre in Deutschland:

„Zahl der Aktionäre in Deutschland stark gesunken
FRANKFURT (dpa-AFX) – An den Börsen geht es wieder aufwärts – doch die Zahl der Aktionäre in Deutschland ist kräftig gesunken. Fast eine halbe Millionen Menschen kehrten im zweiten Halbjahr 2010 Aktien und Aktienfonds den Rücken, wie das Deutsche Aktieninstitut ermittelt hat. Damit ging die Zahl der Anleger, die direkt oder indirekt in Aktien investiert sind, auf rund 8,2 Millionen zurück. Im ersten Halbjahr 2010 hatte die Zahl noch bei gut 8,6 Millionen gelegen.

Als „schweren Rückschlag für die Aktienakzeptanz“ wertete das Aktieninstitut in Frankfurt am Dienstag die Zahlen. Zu Zeiten des Börsenbooms im Jahr 2001 war die Zahl der Aktionäre und Fondsbesitzer in Deutschland auf fast 13 Millionen geschnellt. Jüngste Umfragen hatten bei Börsianern die Hoffnung genährt, dass im Wirtschaftsaufschwung die Aktie als Geldanlage wieder gefragter sein würde.“ (Quelle: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Zahl-der-Aktionaere-in-Deutschland-stark-gesunken-1017840)

Fazit: Nur noch ca. 12% der Deutschen besitzen Aktien. Es werden noch weniger werden und eine nochmalige Anhebung der Abgeltunssteuer wie von den Roten und Grünen immer wieder ins Gespräch gebracht, würde niemandem etwas nutzen, auch dem Staat nicht, der am Ende noch weniger Steuern aus Kapitalerträgen einnehmen würde so wie nach der Einführung der neuen Steuer die Einnahmen aus Geldanlagen bereits massiv eingebrochen sind. Das Gegenteil von dem, also wegen der neuen Abgeltungssteuer weniger anstatt höhere Steuereinnahmen ist also der Fall!

In der letzten Phase des Aufschwungs, die nun begonnen haben könnte (Siehe Baltic Dry Index), sollte man vor allem tradingorientiert handeln und weniger Aktien mit dem Ziel kaufen, sie langfristig halten zu wollen, denn der nächste Abschwung liegt bereits auf der Lauer und in diesem wird man wieder sehr preiswert Aktien kaufen können.

Ob es nochmals so preiswert wie 2008/09 werden wird, ist aber nicht gesagt.

Trotzdem muss man sich weiterhin mit den Märkten beschäftigen und analysieren, welche Werte langfristig aussichtsreich sind. Diese „Langfristaktien“ gibt es in meinem Premium Dienst.

Tradingwerte stehen im Mittelpunkt des Internationalen Trend Trading Depots.

1 KOMMENTAR

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT