Der Ausstieg aus der Atomenergie: Diese Aktie sollte einer der Gewinner sein

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Heute präsentierte die Bundesregierung ihre Pläne zum Ausstieg aus der Atomenergie. Demnach sollen alle deutschen AKW bis 2022 vom Netz gegangen sein. Sofort stiegen sämtliche Solarwerte. Doch werden Solarunternehmen langfristig tatsächlich vom Ausstieg profitieren? Nun, da man die Subventionen für die Solarenergie weiter kürzen wird, ist das ziemlich unwahrscheinlich. Die Konkurrenz aus China dürfte wohl für den „Rest“ sorgen. Solarwerte sind also langfristig kein Kauf mehr. Kurzfristig wird es wohl wieder eine der zahlreichen Solar-Bärenmarktrallies geben.

Gibt es weitere mögliche Ausstiegsgewinner?

Am 26. April hatte ich die Aktie von Cez hier in meinem Blog als einer der „Gewinner der Energiewende“ auserkoren.

Cez kann nun mehr Atomstrom zu höheren Preisen nach Deutschland liefern.

Einige Tage später empfahl auch „Focus Money“ diesen Wert und bezifferte den zusätzlichen Gewinn durch den früheren Ausstieg Deutschlands aus der Atomenergie für das Unternehmen wie folgt:

„Sollte Deutschland früher als geplant auf Atomkraft verzichten, könnte CEZ Händler-Schätzungen zufolge auf einen zusätzlichen Gewinn von umgerechnet bis zu 42 Mio. Euro hoffen. Schon heute profitiere der größte Energieversorger Tschechiens von steigenden Strompreisen.
In den kommenden fünf Jahren wolle der Konzern in erneuerbare Energien investieren, aber auch seine Kapazitäten in den klassischen Kraftwerken ausbauen. Das Volumen: 12,4 Mrd. Euro.“ (Quelle: http://www.stock-world.de/detail/3239-CEZ-Neue_Analysen-3759878.html

In den letzten Wochen wurde der Aktienkurs von der Nachricht belastet, nach der ein 1,013 MW Reaktor des AKW Temelin länger als geplant außer Betrieb bleiben solle. (Ein Schelm, wer hinter dieser Nachricht eine Störung vermutet.)

Wie dem auch sei, der Ausstieg aus der Atomenergie wird anderen Nutzern der Atomenergie höhere Gewinne bescheren. Dass die Welt dem deutschen Beispiel folgt, ist nahezu ausgeschlossen.

Wie es um Deutschland herum in Europa aussieht, zeigt diese Übersicht von www.wiwo.de.

Alleine Frankreich besitzt demnach 59 AKW.

Wird unsere Welt sicherer, wenn Deutschland aus der Atomenergie aussteigt und seinen Strom aus Frankreich oder Tschechien importieren muss?

Gut, irgendjemand muss den Anfang machen. Kritik hagelte aus Schweden:

„Schwedens Regierung steht dem nun bis 2022 geplanten Atomausstieg in Deutschland kritisch gegenüber. Umweltminister Andreas Carlgren sagte im schwedischen Rundfunksender SR, die Bundesregierung lege sich „betont hart auf eine Datum fest“. Weiter meinte er: „Damit riskiert man, die allerwichtigste Frage außer Acht zu lassen, nämlich wie wir möglichst schnell erneuerbare Energie ausbauen können.“ Nur so könne man zugleich die Abgängigkeit von Atomstrom wie auch negative Klimaveränderungen vermindern…

… Dazu meinte Carlgren, Schweden sei beim Einsatz erneuerbarer Energien „sehr viel weiter“ als Deutschland. Die Berliner Entscheidung vom Sonntag sei „innenpolitisch“ motiviert. Wer bei der Energiepolitik nicht rechtzeitig handele, bekomme „ruckhafte Entscheidungen, die im Grunde unglücklich für das Land sind.“  (Quelle: http://www.morgenpost.de/politik/article1656229/Schweden-kritisiert-deutschen-Atomausstieg.html)

Wenn man bedenkt, dass Schweden Anteile an Vattenfall hält, ist diese Kritik verständlich und wohl auch ein wenig eigennnützig.

Erstaunlich ist jedoch die Tatsache, dass sich die Schweden in einer Volksabstimmung mehrheitlich für die Atomenergie ausgesprochen hatten.

Dass sie sich auch für die Beibehaltung ihrer nationalen Währung entschieden hatten, ist bekannt. Das Ergebnis sieht nun so aus: Der schwedische Staat kann einen historisch hohen Überschuss erzielen, während die Euro-Staaten gegen eine historische Verschuldungskrise kämpfen.

Die schwedische Erfolgsformel heißt demnach:

Nicht-Teilnahme am Euro-Experiment+Nichtausstieg aus der Atomenergie= Haushaltsüberschuss= Wohlstand für alle

Für Deutschland lautet die Formel demnach wohl eher: Teilnahme am Euro-Abenteuer+Teilnahme an Öko-Abenteuern= weniger Netto vom Brutto für alle und mehr Wohlstand für immer weniger Bürger sowie eine Rente ab dem 69. Lebensjahr.

Im Vergleich zu E.On ist die Cez-Aktie jedenfalls der klare Gewinner (Cez: schwarz, E.ON oder besser E.Off: blau) Diese Trendentwicklung hatte ich am 07.  Januar bereits in meinem Blog vorweggenommen und geschrieben:

„Wenn ich noch in Betracht ziehe, dass der Trend eher weg von einer zentralen hin zu einer dezantralen Energieversorgung geht, dann erscheint das Geschäftsmodell der großen Versorger eher als “überholt”.

Wer sich angesichts dieser Aussichten in die Aktien von RWE und E.On traut, der muss schon handfeste Gründe für seine Entscheidung besitzen. Hierzu könnte die Zahlung einer ansehnlichen Dividende zählen. Aktuell kommen RWE und E.On auf eine Dividendenrendite von über 6%. Angesichts der mageren Renditen im Festgeldbereich oder gar den Staatsanleihen, in denen man noch das Kursrisiko trägt, ist das sehr attraktiv. Aber genau dieselben Argumente konnten wir vor genau einem Jahr lesen und es ging mit den Kursen von RWE und E.On um mehr als 20% in den Keller. Da tröstet dann auch die gezahlte Dividende nur bedingt über die hohen Kurs-Verluste hinweg.

Wenn ich mir unsicher bin, dann ziehe ich die Trends vergleichbarer Werte zu Rate…. “

Den vollständigen Artikel vom 07.01.11 hier lesen.

Eine weitere mögliche Gewinneraktie aus dem Bereich Klimaschutz hatte ich in der vorletzten Ausgabe meines Premium Dienstes vorgestellt. Diese Aktie ist ein wenig in Vergessenheit geraten, wird aber ganz bestimmt schon bald wiederentdeckt werden.

 

 

Angabe nach  §34 WPHG:

Folgende in diesem Beitrag erwähnten Aktien halte ich: Cez. Ich denke, dass ich den Ausstieg aus der Aktie doch noch nicht durchführen werde. Wie immer stellt dieser Beitrag keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.

 

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