Das Hindenburg-Omen

0
970

Aus frühester Kindheit kann sich vielleicht der Eine oder Andere an die ein wenig furchteinflößenden Sprüche seiner Großeltern erinnern: „Geh nicht alleine in den Wald, denn dort leben die Räuber (und Wölfe auch)!“

Sicher ist es gut gemeint, das Kind davon abzuhalten, sich aus dem Staub zu machen, sprich wegzulaufen.

Ähnlich ist es an der Börse, nur sollen von dort alle weglaufen und nicht bleiben.

Was gibt es da nicht alles für „Orakel und Indikatoren“, die angeblich den nächsten Crash sehr gut voraussagen, als ob Ben Bernanke, Robert Prechter oder John Chambers noch nicht genug wären. Nun wurde letzte Woche sogar das gefährliche „Hindenburg-Omen“ vernommen! Ja, richtig gelesen. Nun erwarten Börsianer einen Crash am Aktienmarkt- genau wegen dieses Signals!

Da ich es auch nicht besser erklären kann, als der Autor des folgenden Artikels, nur kurz zusammengefasst:

1. Der McClellan-Oszillator muss negativ sein.

2. Der 10-Wochen-GD der NYSE muss positiv sein.

3. Die Zahl der neuen 52-Wochen-Hochs an der NYSE ist nicht mehr als doppelt so groß wie die Zahl der neuen 52-Wochen-Tiefs.

4. Die Zahl der neuen Hochs macht mehr als 2,2% der Gesamtzahl der gehandelten Aktien aus.

5. Die Zahl der neuen Tiefs und der neuen Tiefs macht mehr als 2,2% der Gesamtzahl der gehandelten Aktien aus.

Ganz genau erläutert gibt es das hier: http://www.aktienboard.com/content/201008/neues-hindenburg-omen-n576451

Wer ein wenig googelt, wird noch eine Vielzahlt weiterer Erläuterungen finden und natürlich auch genaue Prognosen, warum dieses Mal der Crash kommen oder doch nicht kommen wird.

Nun, alle diese Signale können tatsächlich zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung führen, denn wer Angst vor dem Crash hat, der wird seine Positionen lieber verkaufen und sich mit neuen Käufen zurückhalten.Der Crash könnte kommen.

Ja, mal sehen, welche Omen und Indikatoren uns demnächst noch so alles präsentiert werden. Vielleicht könnte man den „Ludwig II. Otto Friedrich Wilhelm von Bayern- Indikator“ kreieren, der dann ganz zuverlässig voraussagt, wann die Indizes „absaufen“ werden?

Dieser lautet: Da die Sonne in den letzten zehn Jahren stets morgens auf- und abends untergegangen ist und die Börsen in diesem Zeitraum gefallen sind, werden sie erst wieder steigen, wenn die Sonne morgens untergeht und abends auf. Genau so lange sollte man sich mit Aktienkäufen zurückhalten!

(Man kaufe deshalb GOLD und SILBER! P.S.: Da die chinesischen Finanzmärkte noch nicht so hoch entwickelt sind wie die US-Märkte, sprich noch nicht einmal derart zuverlässige Indikatoren existieren wie das Hindenburg-Omen, kann man es auch dort mit Aktienkäufen versuchen, denn ohne „Hindenburg-Omen“ kann es an den unterentwickelten Finanzmärkten noch nicht einmal einen Crash geben! Das Negative wäre positiv, die Negation der Negation eine Börsenrallye?! Wenn das der alte Hindenburg noch hätte erleben dürfen? Was wird man über uns in 100 Jahren in den Geschichtbüchern lesen können? „Crash wegen Hindenburg-Omen am xx.xx.2010“?!)

Und während ich das hier schreibe, säuft der Dow Jones schon wieder ab. Ja, das Omen scheint sich bereits zu erfüllen?


KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT