Anleihen machen Spaß

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„Wer nachts ruhig schlafen will, der kauft Anleihen. Wer gut essen will, der kauft Aktien“, so lautet ein alter Börsenspruch. Doch das Eine muss das Andere nicht ausschließen.

Da ich trotzdem auch als Aktionär ruhig schlafen möchte, aber genauso gerne gut essen gehe (am liebsten zum Griechen)  🙂 mische ich meinen Depots gezielt Anleihen bei.

Wenn es wie zuletzt von Januar bis März an den Börsen steil nach oben geht, wird man sich mit ziemlicher Sicherheit über seine „Depotbremsen“ (also die Anleihen) ärgern.

Im aktuellen Börsenumfeld, das von massiven Kursverlusten bestimmt wird, leisten die Anleihen auf der anderen Seite einen wichtigen Beitrag zur Depot-Stabilisierung.

Auch im Premium Dienst hatte ich mich im letzten Jahr dazu entschlossen, ein Anleihendepot zusammenzustellen. Derzeit macht ein Blick auf „unsere Anleihen“ vor diesem Hintergrund Spaß.

Die „Anleihen-Kursrakete“ ist diese Anleihe, die von einem neuen Jahreshoch zum nächsten steigt:

Als ich diese Anleihe im November 2011 in das Musterdepot aufgenommen hatte, schrieb ich:

Australische Staatsanleihen (Anleihe WKN: XXXX)*

*Angabe des Premium Dienstes

sollten ebenfalls ein relativ solides Investment darstellen.

Australien ist ein äußerst rohstoffreiches Land. Die Rohstoffpreise fallen in jeder Rezession, Rohstoffe werden immer etwas wert sein. Eine „Rohstoffpleite“ ist vollkommen auszuschließen.

Australien profitiert von seiner Nähe zu Asien. Australische Waren werden von Asien immer stärker nachgefragt.

(Allerdings ist auch diese Chance eine Gefahr, sollte es zu einer neuen „Asienkrise“ als Folge des Platzens der chinesischen Immobilienblase kommen!)

Weiterhin sind die australischen Staatsfinanzen relativ solide:

Die Staatsschulden betragen gemessen am BIP lediglich 23,3%! (zum Vergleich: Griechenland: 166% offiziell, inoffiziell deutlich mehr, Italien: 120%, Portugal 107%, Deutschland: 82%, Schweden: 23,8%).

Dass Australien das Rating AAA verdient hat, dürfte wohl niemand in Zweifel stellen.

Der Wermutstropfen beim Kauf australischer Staatsanleihen sind zum Einen die relativ dünnen Handelsumsätze sowie der Fakt, dass die Kurse der „Aussie-Anleihen“ als Folge der Euro-Krise bereits stark gestiegen sind.

Demzufolge muss man sich auf dem aktuellen Niveau mit Renditen von ca. 4% zufrieden geben.“

(Ende Premium Dienst vom 27.11.11)

Hinzu kommt noch das vielleicht Wichtigste:

Australien besitzt eine eigene Währung, eine eigene Regierung und eine eigene Notenbank, die die Landeswährung auf- oder abwerten und das angemessene Zinsniveau festlegen kann- entsprechend der konjunkturellen Fakten (nicht nach den Wünschen der Politiker, die die nächste Wahl gewinnen müssen).

Diese historisch bewährten „Rettungsschirme“ und „Fire Walls“ machen „Gipfeltreffen“ der Regierungschefs nahezu überflüssig.

Rein theoretisch können Staaten mit einer eigenen Währung kaum pleitegehen. (Da die Notenbank so viel Geld drucken kann wie sie muss- theoretisch und auch mit allen erdenklichen Risiken und Nebenwirkungen. Vollkommen ausschließen kann man eine Staatspleite aber auch in dem Fall nicht zu 100%.)

Alle diese Mittel haben die Mitgliedländer der europäischen Währungsunion nicht (mehr).

Dass es aus diesem Grund immer wieder zu dringend notwendigen „Rettungsaktionen“ kommen musste, muss und müssen wird, ist vollkommen logisch und unausweichlich.

Ebenfalls sehr gut läuft „unsere“ Norwegen-Anleihe. Ähnlich wie Australien dürfte auch Norwegen relativ sicher sein.

Fazit: Aussichtsreiche Anleihen (auch Unternehmensanleihen von grundsoliden Unternehmen) sind durchaus eine Überlegung wert und können als Schlaftabletten wirken. (Aber das ist schon wieder ein neues Thema: „Buy and hold ist tot!???“  Na so ganz dann doch nicht, denn Totgesagte leben länger- einige zumindest.)

2 KOMMENTARE

  1. Hallo,

    schöne Sache, die Australienanleihen bringen deutlich mehr als deutsche Staatsanleihen, bei (meiner Meinung nach) weniger, bis gleichem Risiko eines Ausfalls. Schade nur, dass der Australien $ gleichzeitig gefallen ist, während Ihre Anleihe gestiegen ist. NOK ist da noch besser gelaufen 🙂

    Glückwunsch!

    Nur ein Zinsänderungsszenario wäre sehr schlecht…, wenn auch unwarscheinlich, bei diesen Schuldenbergen.

    Die Facebook-Aktie fällt ja grade ohne Ende… ich habe das vermutet, aber ehrlichgesagt nicht soo stark bzw nicht so dynamisch…
    Mein Put darauf läuft super, aber so langsam denke ich es könnte ein rebound kommen…
    Der Aktie stehe ich aus zweierlei Hinsicht negativ gegenüber. Erstens aufgrund der (immer noch) hohen Bewertung, zweitens bezüglich deren Geschäftsmodell im Allgemeinen. Es gibt jedoch sicher auch positiv gestimmte Personen…

    was meinen Sie wie lange die noch weiter fällt, auch wenns nur ins Blaue hinein geraten ist?

    MfG Papadopolus 🙂

  2. Hallo, Papadopolus, das sehe ich ähnlich wie Sie, jetzt würde ich demzufolge auch keine „Australier“ mehr kaufen, aber weiter halten, als „Beimischung“ (Anleihen insgesamt ca. 8-12% vom Gesamtportfolio).

    Wenn man bedenkt, dass Investoren (nach Abzug der Inflationsrate) selbst eine negative Verzinsung akzeptieren, um Deutschland Geld leihen zu dürfen, dann müssen wir wohl weiterhin davon ausgehen, dass wir uns in einer tiefen Krise des Systems befinden. Demzufolge kann durchaus noch weitere heiße Luft in die „Anleihen-Blase“ fließen.

    Facebook ist ein äußerst schwieriges Thema. (Glückwunsch zu Ihren Short-Gewinnen, Sie haben das richtig eingeschätzt und sind hierfür mit Gewinnen belohnt worden.)
    Die wirklich großen Gewinne erzielen aber (wie immer) auch bei diesem Börsengang die Venture Capital Gesellschaften (die in Ideen und Visionen investieren- und Facebook ist derzeit- rein fundamental betrachtet- immer noch genau DAS und- noch immer- nicht mehr), Mr. Zuckerberg als Gründer, die Mitarbeiter der ersten Stunden, die über Optionen beteiligt sind und natürlich die Konsortialbanken. Wie immer ist hier jede Menge GIER im Spiel, von der man sich meiner Meinung nach am besten fern hält.

    Für die begeisterten Aktionäre der ersten Stunde laufen hohe (Buch)Verluste auf, das ist das wohl Tragische an diesem Börsengang. Auf der anderen Seite hat es an Warnungen- anders als zu den Zeiten der Internetbubble- diesmal nun wahrlich nicht gemangelt- im Gegenteil!
    Eigentlich hätte man jedoch erwarten dürfen, dass die Konsortialführer den Kurs zumindest an den ersten Handelstagen stützen, was leider nicht der Fall gewesen ist. Na ja, wenn eine Bank Milliarden verzockt, dann fehlt ihr wohl das Geld für diese Maßnahmen??

    Insgesamt kann man sogar ein wenig vermessen sein und den misslungenen Start als etwas Positives werten: Wenn der Markt derart negativ auf ein (noch immer) schwaches Geschäftsmodell reagiert, dann befinden wir uns wohl noch nicht am Ende der Fahnenstange und die Börsenkurse dürften in den kommenden Jahren wohl weiter steigen???

    Dass der Börsengang aber überhaupt über die Bühne gehen konnte, werte ich trotzdem als Erfolg. Wer auf einen Boden im Aktienkurs warten kann, der könnte (vielleicht wie mit der Google-Aktie??) in der Zukunft sogar recht ansehnliche Spekulations-Gewinne erzielen?

    Fazit: Facebook-Aktien sind meiner Meinung nach eine sehr riskante Wette auf die Zukunft sozialer Netzwerke. Da das Bedürfnis nach Kommunikation ein „menschliches Grundbedürnis“ ist, würde ich also auch nicht NICHT in die Untergangsgesänge der Pessimisten einstimmen. Kommunikation und damit Facebook sind bestimmt schon deshalb mehr als eine bloße „kurzfristige Modeerscheinung“.

    Nicht zuletzt aus diesem Grund könnte sich die Entscheidung von General Motors, in Zukunft nicht mehr „auf Facebook“ zu werben (was ebenfalls maßgeblich zum Kursdebakel der letzten Tage beigetragen hat), als kapitale Fehlentscheidung erweisen:

    Die „Kunden der Zukunft“, also unsere Jugend, nutzt Facebook als wäre dies ein Teil ihres Lebens.
    GM will nun genau auf diese Klientel verzichten und hofft darauf, dass bald wieder alles so werden wird wie in „alten Zeiten“, als Werbung im Fernsehen, in Zeitungen und Zeitschriften die Kunden von ihren Fahrzeugen überzeugen konnte. Anscheinend sieht GE die potenziellen Käufer ihrer Automobile, ihre Zielgruppe, in der Altersklasse, die Facebook und Co nicht nutzt?? „GE- Autos für Pensionäre jenseits der Altersklasse 82+“?

    Diese Hoffnungen und Marketingstratgien könnten sich in der Zukunft jedoch als Fehlspekulation herausstellen!? Bei Kursen unterhalb von 15 USD vielleicht ein Kauf?

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